Fünf Tage vor dem Urnengang haben sich der SPD-Ministerpräsident und sein CDU-Herausforderer abermals einen heftigen Schlagabtausch vor laufenden Kameras geliefert. Eine Blitzumfrage ergab: Auch wenn sich Herausforderer Rüttgers inhaltlich passabel abschnitt, wirkte Amtsinhaber Steinbrück sympathischer, kompetenter und glaubwürdiger.
Peer Steinbrück betonte während der im Fernsehen übertragenen Sendung, dass trotz aktueller Probleme in der langwährenden SPD-Ära auch vieles richtig gelaufen sei. Rüttgers warf er Wankelmütigkeit vor.
Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Peer Steinbrück (SPD, 2.v.l.) und sein CDU-Herausforderer Jürgen Rüttgers (2.v.r.) in Bochum vor ihrem letzten TV-Duell vor der Landtagswahl. Dabei: die Moderatoren Jörg Schönenborn und Maybritt Illner (© Foto: dpa)
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In einer Blitzumfrage nach dem Duell sagten 47 Prozent der Befragten, Steinbrück sei überzeugender gewesen, 31 Prozent sprachen sich für Rüttgers aus.
Aktuell sei es in NRW gelungen, zumindest die Jugendarbeitslosigkeit deutlich zu senken, sagte Steinbrück in der vom WDR und vom ZDF ausgestrahlten 60-minütigen Diskussion. Die Voraussetzungen für mehr Wachstum seien durch Unternehmenssteuern gelegt, die niedriger seien als zu Zeiten von "Kohl und Rüttgers."
Kandidaten konnten Anhänger mobilisieren
Rüttgers nannte die Kapitalismuskritik eine Politik nach dem Motto "Spalten statt Versöhnen." Steinbrück seinerseits verwies auf millionenschwere Abfindungen für Manager, während andere Probleme hätten, zehn Euro Praxisgebühr zu zahlen.
Beide räumten die bundespolitische Dimension der Landtagswahl am 22. Mai ein. Falls Rot-Grün verliere, werde es für Bundeskanzler Gerhard Schröder bestimmt nicht bequemer, sagte Steinbrück. Aber auch nach einer Niederlage wäre Rot-Grün in Berlin nicht am Ende.
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