TV-Duell vor Landtagswahl in Rheinland-Pfalz Klöckner und Dreyer überbieten sich bei TV-Duell gegenseitig in Merkel-Unterstützung

Der Plan und die Mache: Julia Klöckner (CDU, links) und Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) im Sendestudio des SWR.

(Foto: Andreas Arnold/dpa)
  • Vor der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz haben die Spitzenkandidatinnen Malu Dreyer (SPD) und Julia Klöckner (CDU) in einem Fernsehduell debattiert.
  • Beide sagen, sie unterstützten die Flüchtlingspolitik Kanzlerin Merkel.
  • Die Zuschauerbewertung entspricht den Umfragen zum Ausgang der Landtagswahl, die CDU und SPD etwa gleichauf sehen.
Von Susanne Höll, Frankfurt

Wenn sich eine SPD-Frau und eine christdemokratische Herausforderin darum streiten, wer näher bei Kanzlerin Angela Merkel - bekanntlich CDU-Bundesvorsitzende - steht, dann wird es interessant. Genau das taten die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und ihre Konkurrentin Julia Klöckner (CDU) am Dienstagabend in einem historischen Fernsehduell: Erstmals in der deutschen Nachkriegsgeschichte kämpfen zwei Frauen gegeneinander um den Sieg bei der Landtagswahl. Beide behaupteten, an der Seite Merkels zu stehen. Ein ungewöhnlicher Wahlkampf, soviel steht fest.

Klöckner, ihrerseits Vertreterin Merkels in der Bundes-CDU, sagte, sie stehe in der Flüchtlingsfrage fest an der Seite der Kanzlerin. Dreyer behauptete dasselbe von sich selbst und warf ihrer Konkurrentin vor, mit allerlei Alternativvorschlägen zum Stopp des Zustroms Merkel in den Rücken zu fallen. Verkehrte Welt?

Nein. Die Flüchtlinge sind das bestimmende Thema des Landtagswahlkampfes und werden es auch bis zur Abstimmung am 13. März bleiben. Klöckner muss um viele Stimmen ihrer Stammklientel kämpfen, die zur AfD überlaufen möchten: "Die Zahl muss reduziert werden. Bei Rot-Grün (in Rheinland-Pfalz) herrscht Chaos in der Flüchtlingspolitik." Dreyer kontert kühl: "Wir haben den Plan und die Mache."

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Erst nach Zuschauer-Beschwerden geht es um auch Landesthemen

Neue Erkenntnisse in der Sache bietet diese Diskussion nicht. SWR-Zuschauer monieren allerdings nach einer guten halben Stunde, dass endlich einmal Landesthemen zur Sprache kommen sollten. Das passiert dann auch, zum Schluss der einstündigen Veranstaltung im SWR. Bildung, Verkehrsprobleme, Schulden. Klöckner findet, Rheinland-Pfalz werde schlecht regiert, Dreyer behauptet naturgemäß das Gegenteil. Beide gehen sachlich und respektvoll miteinander um, man fällt sich nicht ins Wort.

Konnte eine der Damen in diesem Wahl-Wettlauf klar punkten? Die Meinungen der Zuschauer im Studio gingen hinterher ziemlich auseinander, ein gutes Drittel fand Dreyer besser, ein knappes Drittel votierte für Klöckner, und die übrigen waren der Meinung, es sei ein Unentschieden gewesen.

Das deckt sich mit den jüngsten Meinungsumfragen. Danach liegt die CDU leicht vorn, SPD-Ministerpräsidentin Dreyer ist aber nach wie vor die beliebtere Kandidatin. Wie auch immer die Wahl ausgeht - keine der beiden Spitzenkandidatinnen wird nach Einschätzungen aller Demoskopen ihre Lieblingskoalition verwirklichen können. Es wird weder für Rot-Grün noch für Schwarz-Gelb reichen. Gut möglich, dass sich SPD und CDU im späten Frühling zu einer großen Koalition zusammenschließen werden.

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