Auf harte Konfrontation und politische Argumentationskraft wartete das TV-Publikum beim Duell Merkel gegen Steinmeier vergeblich. Der Schlagabtausch geriet zu einem zwischen Politikern und Journalisten.
Nein, die Bundestagswahl ist am Sonntagabend noch nicht entschieden worden. Es war nur ein öffentliches Zwiegespräch mit vier Stichwortgebern, die als Moderatoren fungierten. Ein Trick des Fernsehens, in kollusiver Zusammenarbeit mit zwei Parteien entstanden, kann real keine Wahl entscheiden - auch wenn ein "TV-Duell" auf den großen vier Sendern ARD, ZDF, RTL und Sat 1 angepriesen wird.
Großkoalitionäre Harmonie statt Angriffsduell: Kanzlerin Angela Merkel und Gegenkandidat Steinmeier zeigten null Krawallpotenzial. (© Foto: AP)
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90 Minuten mühten sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihr SPD-Gegenkandidat Frank-Walter Steinmeier, mit politischer Weltvermessung der akademischen Art, dem Verdacht zu entkommen, bei der Übung könne nicht mehr als ein leistungsgerechtes Remis herauskommen.
Es war weniger ein "Duell", sondern eher das befürchtete Duett, eine Art Dauerwerbesendung für die große Koalition. Die Konfrontationslinie lief eher zwischen den beiden Politikern und den vier Journalisten. Die versuchten mitunter plump, die großkoalitionäre Harmonie zu stören, und verlegten sich schon mal auf Fragen, wer wohl bei beiden als künftiger Gesundheitsminister in Frage käme.
Angesichts zweier Politpragmatiker, die gemeinsam regiert haben und womöglich weiter regieren werden, war fast ebenso wichtig, wer von den vier fragenden Journalisten besondere Spuren hinterlassen würde.
Maybrit Illner (ZDF) hatte als einzige Frau in der Runde den natürlichen Vorteil, eröffnen und ein wenig kecker sein zu dürfen. Sie kultiviert die Kunst, gemeinste Fragen mit schönstem Lächeln zu präsentieren, war dabei aber zuweilen zu lang. Immerhin prägte sie das Wort von der "Tigerenten-Koalition" als Chiffre für eine schwarz-gelbe Zusammenarbeit.
Frank Plasberg (ARD) wiederum war in diesem staatstragenden Duell-Fernsehen nicht ganz der effektive wild boy, als den man ihn in den frühen Jahren von Hart aber fair kennt. Er wirkte oft übermotiviert bei dem Bestreben, dass die zwei Befragten sich doch bitte eine Blöße geben mögen. Peter Kloeppel (RTL) machte mit hartnäckigen Nachfragen noch den besten Eindruck. Er stellte verständliche Fragen. Peter Limbourg (Sat 1) wiederum setzte regelmäßig an der falschen Stelle mit den falschen Fragen ein; er war der Schwächste in der Runde.
Insgesamt erlaubte das starre Format nicht, was die Sender vorher versprochen hatten: dass Schwung in den Wahlkampf kommt. Die vier Moderatoren hatten sichtlich mit ihren Absprachen zu kämpfen. Wichtige Themen wie Bildung, Umwelt, Außenpolitik oder Familie blieben einfach ausgespart. "Wenn nicht jetzt, wann dann?", hatte Plasberg anfangs der Fernsehgleichschaltung gefragt - es müsse doch jetzt endlich der Wahlkampf beginnen. Darauf hat man vergebens gewartet. Dann ging es rasch um das Duell nach dem Duell: Wer hat beim Wähler überzeugt? Wer hat Unentschlossene für sich gewonnen?
Da durfte freilich gerätselt werden. Jeder Sender hatte eigene Umfragen parat, die mal Steinmeier, mal Merkel vorn sahen. Sicher ist somit nur: Einer wird gewinnen.
(sueddeutsche.de/cag/hai)
Müll am Fluss
Diese Große-Koalition-Dauerwerbesendung mit drei Versatzstückchen war wohl etwas vom Langweiligsten, das die verschiedensten Politik- und Diskussionssendungen der vier Fernsehanstalten gleichsam unglaublich höher bewerten ließe. Natürlich ist der gesellschaftliche Diskurs nicht mehr jener vergangener Jahrzehnte. Damit ist auch die Art, wie Politik formuliert und dargestellt wird, nicht mehr geprägt vom großen Austeilen und vom oft mimosenhaften Nichteinsteckenkönnen. Aber dieses angebliche Duell, das nicht einmal den Namen Duett verdient denn dort herrscht in der Regel sängerischer Wettstreit , muß jeden Hersteller von Schlafmitteln aufschrecken, da stehen ja Umsatzeinbrüche bevor. Vier schwache Journalisten und zwei Langweiler vom Dienst; es bleibt nur zu wünschen, daß es diese Beiden nach dem 27. September nicht mehr sind. Aber es ist alles so dröge, daß man nicht einmal das hoffen darf.
Und da hilft die ungezogene, schlecht vorbereitete, arrogante und in manchen Phasen dümmliche Illner auch nicht mehr. Diese Sendung wäre mit Sicherheit noch etwas besser gewesen, wenn man den beiden Kandidaten nicht Fernsehjournalisten gegenübergestellt hätte, sondern Publizisten, die einen größeren Tiefgang gebracht hätten und nicht dauern auf ihre eigene nächste Einschaltquote hätten schielen müssen.
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zusammen oder -gleich geschaltetes fernsehn zeigt..
zusammen gezimmerte aneiander gekettete unwaehlbare kanzlerkandidaten
die sich in einander verklammert zwanghaft unterscheiden wollen ...
waer doch bloss die ambulanz gekommen und haette sie beide abgeholt...
dieser regierung eine erfolgsbilanz zu unterstellen waere arglistige taeuschung ...diese regierung ein weiteres mal ertragen zu muessen eine zumutung und katastrophal fuer die menschen und deren auskommen ...erst recht dann wenn auch noch westerelle in ihr sein unwesen einbringen und installieren moechte...