Ministerpräsident Davutoğlu Türkischer Premier vergleicht Netanjahu mit Pariser Terroristen

  • Der türkische Ministerpräsident Davutoğlu vergleicht seinen Amtskollegen Netanjahu mit den Attentätern von Paris verglichen.
  • Zuvor hatte Lieberman, der Chef der ultranationalistischen Partei Jisrael Beitenu, Präsident Erdoğan als antisemitischen Straßenrowdy bezeichnet.
  • Dieser Entgleisung gingen Aussagen Erdoğans voraus, in denen er Israel die Barbarei eines Hitler vorwirft.

Türkischer Ministerpräsident vergleicht Netanjahu mit "Charlie"-Attentätern

Der heftige verbale Schlagabtausch zwischen der Türkei und Israel geht in die nächste Runde: Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoğlu hat seinen israelischen Kollegen Benjamin Netanjahu mit den islamistischen Attentätern von Paris verglichen. Sie alle hätten Verbrechen gegen die Menschlichkeit verübt, sagte Davutoğlu vor Journalisten. Davutoğlu reagierte auf Äußerungen des israelischen Außenministers Avigdor Lieberman, der den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan einen "antisemitischen Straßenrowdy" genannt hatte.

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Schwierige diplomatische Beziehungen

Die einst engen diplomatischen und militärischen Beziehungen zwischen beiden Ländern haben sich in den vergangenen fünf Jahren erheblich verschlechtert. Davutoğlu sagte, die Bombardierung des Gazastreifens und der Angriff auf einen von der Türkei geführten Hilfskonvoi für das abgeriegelte Palästinenser-Gebiet im Jahr 2010, bei dem zehn Türken getötet wurden, stehe auf einer Stufe mit den Anschlägen von Paris. "So wie das Massaker von Paris, das Terroristen verübt haben, ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit ist, so hat Netanjahu, der Chef der Regierung, die am Strand spielende Kinder bei der Bombardierung von Gaza tötet und die unsere Bürger auf einem Schiff mit Hilfsgütern in internationalen Gewässern abschlachtet, Verbrechen gegen die Menschlichkeit verübt", sagte Davutoğlu.

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Kritik an Mohammed-Karikatur in türkischer Zeitung

Die Türkei hatte den Anschlag auf die französische Satirezeitung Charlie Hebdo verurteilt, bei dem zwölf Menschen getötet wurden. Zugleich warnten türkische Politiker aber vor einer wachsenden Islam-Feindlichkeit in Europa. Außerdem kritisierte Davutoğlu die türkische Zeitung Cumhuriyet, die die Mohammed-Karikatur der ersten Charlie-Hebdo-Ausgabe nach dem Anschlag abdruckte. Die Pressefreiheit erlaube nicht die Beleidigung religiöser Werte, sagte Davutoğlu. Blasphemie wird in der Türkei mit Gefängnis bestraft. Ein türkisches Gericht ließ Internetseiten sperren, die die aktuelle Mohammed-Karikatur zeigten.

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Lieberman nennt Erdoğan antisemitischen Straßenrowdy

Israels Außenminister Avigdor Lieberman, der auch Chef der ultranationalistischen Partei Jisrael Beitenu ist, hatte mit Blick auf die Judenverfolgungen in Deutschland gesagt: "Das Schweigen des zivilisierten, politisch korrekten Europa zu einem antisemitischen Straßenrowdy wie Erdoğan und seiner Bande versetzt uns in die 30er Jahre zurück." Erdoğan hatte während des Gazakriegs im vergangenen Sommer den Israelis Gewissenlosigkeit und Ehrlosigkeit vorgeworfen und gesagt: "Diejenigen, die Tag und Nacht Hitler verurteilen, haben Hitler an Barbarei übertroffen."