Der größte weltlich orientierte Zuwandererverband, die Türkische Gemeinde in Deutschland, will sich künftig auch zur Auslegung des Korans äußern und damit dem neuen Koordinationsrat der Muslime in Deutschland entgegentreten.
"Wir wollen die Deutungshoheit des Islam nicht den Orthodoxen überlassen", sagte der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde (TGD), Kenan Kolat, am Freitag der Süddeutschen Zeitung.
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Die TGD plane, eine theologische Abteilung oder Organisation zu schaffen, die den Islam aus weltlicher Sicht interpretieren sollen. "Die säkularen Muslime benötigen eine stärkere Stimme", sagte Kolat. Theologen in dem Gremium sollten begründen können, warum die Teilnahme muslimischer Mädchen am Schwimmunterricht sinnvoll sei oder dass Lehrerinnen keine religiösen Symbole tragen müssten, also auch kein Kopftuch.
Der Vorsitzende des Ende März gegründeten Koordinationsrats der Muslime in Deutschland (KRM), Ayyub Axel Köhler, hatte sich dagegen für eine Geschlechtertrennung im Sportunterricht ausgesprochen sowie für ein Recht muslimischer Lehrerinnen, im Unterricht ein Kopftuch zu tragen.
Islamkritiker sowie Politiker mehrerer Parteien hatten bemängelt, der KRM vertrete eine orthodoxe Auffassung des Islams.
Die TGD ist der größte Zuwanderer-Dachverband in der Bundesrepublik und vertritt nach eigenen Angaben etwa 270 Vereine mit gut 200000 Mitgliedern. Die TGD war von der Bundesregierung im vergangenen Jahr sowohl zum Integrationsgipfel als auch zum Islamgipfel eingeladen worden.
Kolat soll auch an der nächsten Islamkonferenz am 2. Mai in Berlin teilnehmen. Dort soll es unter anderem darum gehen, wie der Islam mit den Werten des Grundgesetzes in Einklang gebracht werden kann.
Kolat forderte, Beschäftigten des öffentlichen Dienstes und Schülern bis zum Alter von 14 Jahren das Tragen religiöser Symbole zu untersagen. Jugendliche seien erst danach mündig genug, um diese Frage selbst zu entscheiden. Die TGD will laut Kolat am nächsten Wochenende über die Einrichtung des Gremiums befinden.
Das Bundesinnenministerium widersprach der Einschätzung, dass zur Einrichtung eines islamischen Religionsunterrichts eine Körperschaft des öffentlichen Rechts nötig sei.
Die "Fundamente des Staatskirchenrechts" - wie etwa Religionsunterricht -"setzen den Körperschaftsstatus nicht voraus", heißt es in einer Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage der Grünen. Der nordrhein-westfälische Integrationsminister Armin Laschet (CDU) hatte dies dagegen zur Voraussetzung für den Islam-Unterricht gemacht, auf den muslimische Verbände seit langem dringen.
(SZ vom 21.04.2007)
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@ stn:
hahace hat schon recht. Ich habe mich mit Geschichte und dem Islam nunmehr seit einem halben Jahrzehnt beschäftigt, und im Prinzip stimmt das.
Der Herr Kant hingegen versteht vielleicht etwas von Zahlencodes und binärer Sprache, hat dabei aber vergessen, dass es in der wirklichen Welt mehr als nur einsen und nullen gibt.
Es gibt kein eindeutiges Verstehen egal welchen Buches. Schauen wir uns die christliche Geschichte an. Wieviele Schismas hat die Christenheit bis heute durchgemacht? Noch heute wird nichts als entgültige Wahrheit auf Dauer akzeptiert, was von einem Menschen kommt. Der Glaube haftet im Christentum wie im Islam am Buch, aber nicht an einer spezifischen Auslegung. Dies ist im Übrigen besonders im schiitischen Islam, der "Staatsreligion" des Iran, verankert. Das Urteil eines Rechstgelehrten hat dortv keine Gültigkeit nach dem Tod des Gelehrten. Das lässt viel Raum für Neuerungen und Flexibilität bei Entscheidungen über Ernährungsvorschriften, Klkaidungsvorschiften etc.
Glaubt man dem französischen Islamwissenschaftler Olivier Roy, ist der Islamismus/ muslimische Fundamentalismus/ wie man es auch immer nennt, ein Produkt unserer westlichen Gesellschaften. Er ist ein Produkt der Identitätssuche gerade unter jungen Leuten, die zu einer Neuentdeckung der Religion führt. DIe entdeckte Religion ist aber nicht die ihrer Eltern oder Vorfahren. Die jungen Muslime und Konvertiten kreieren ihr eigenes Bild von der Religion Islam. Diese legen sie strikter aus als ein wahhabitischer Scheich. Sie unterscheiden streng zwischen Gruppenmitglied und den Feinden außerhalb der Grppe. Es ist ein ähnliches Problem wie in den Online-Rollenspielen. Realitätsverlust, Gruppendynamiken sind die Folgen.
So gibt es in Sayyid Qutb einen geistigen Vater, von dem aber keine direkte Linie zu 9/11 oder den Taliban gezogen werden kann. Wir müssen wohl einfach aufpassen, dass wir es mit Individuen zu tun haben,m nicht mit einem Schwarmbewusstsein. Muslim bedeutet am Ende auch immer Mensch.
Sie führen uns schon wieder weg von der eigentlichen Diskussion. Und Ihre webseite sollte eigentlich das Interesse der Staatsanwaltschaft wecken. Ich werde am Montag schon mal Anzeige wegen Volksverhetzung stellen. Damit werde ich wohl nicht durchkommen, zu perfide ist das alles aufgebaut. Ich sage Ihnen als deutscher Patriot: Schämen und wgtreten.
@Reinhard Kant
Das Problem bei der Korandeutung ist das man den Koran interpretieren muß um den Islam demokratiefähig zu machen. Nimt man den Koran wörtlich, so gibt es keine Demokratie und Rechtsstaat nach dem westlichen Verständnis, sondern bestenfalls eine Theokratie wie im Iran.
Deshalb hat Kenan Kolat auch absolut recht!
@hahace
Du solltest Dich ausführlicehr mehr mit der Geschichte und den Hintergründen beschäftigen. Deine Behauptungen stimmen einfach alle nicht.
1. Die Orthodoxen verstehen den Koran nicht, die säkularisierte "Front" auch nicht, aber Sie, Herr Kant. Ich gratuliere Ihnen zur Deutungshoheit, Exzellenz!
2. Was Sie auf Ihrer HP schreiben könnten Sie leider über jede monotheistische Religion schreiben. Im Monotheismus selbst steckt nämlich der Absolutheitsanspruch. Daher ist das Gen der Intoleranz, das alle Religionen in sich tragen, bei den monotheistischen sozusagen auf X und Y Chromosom ausgeprägt.
Was Sie auf Ihrer Seite präsentieren, beeindruckt mich keineswegs. Radikale Auslegungen des Christentums sind Mitschuld an den größten Verbrechen der Geschichte: dem wiederholten Massenmord an Juden, der Inquisition, Hexenverfolgung, den Kreuzzügen - und selbst in die europäischen Kriege (30-jähriger Krieg, 1. WK etc.) sind die Soldaten mit dem Segen der Geistlichen gefahren. Aus meiner (allerdings beschränkten) Kenntnis von Geschichte und Religion folgere ich, dass der Islam theoretisch die kriegerischste Religion ist (auf Grund der Wortwahl an einigen ! Stellen) und das Christentum empirisch die kriegerischste Religion.
Leider versuchen Anhänger verschiedener islamischer Gruppen dem Christentum hier nachzueifern.
Das alles wissen Sie natürlich auch.
3. Was wollen Sie also mit Ihrer Seite erreichen? Ich vermute Folgendes (und bitte gleichzeitig um Korrektur): Es erfüllt Sie mit Sorge, dass es liberale Muslime gibt, denn diese könnten für die Akzeptanz Ihrer Religion Deutschland sorgen. Das passt Ihnen nicht, denn Sie sind grundsätzlich islamophob. Dort wo orthodoxe Muslime Mädchen und Jungen trennen wollen, möchten Sie gerne die Muslime aus dem deutschen Volkskörper amputieren.
4. Es ist nie zu spät sich zu ändern! Lesen Sie mal vorm Schlafen gehen nicht Ihre Horrorbüchlein von der christlichen Mitte, sondern etwas von Leuten, die wirklich etwas von Religion verstehen. Möglicher Anfang:
Küng (2006), Der Islam. Geschichte, Gegenwart, Zukunft.
dass sich die säkularisierten, die z.b. wie in der der türkei noch üblich auch die trennung von kirche und staat befürworten, dass sich auch eine gewichtige stimme aufbauen.
Paging