Türkei Terrordrohung gegen deutsche Botschaft in Ankara

Deutsche Vertretungen in der Türkei sind geschlossen. Es gebe Hinweise auf geplante Anschläge.

Von Mike Szymanski, Istanbul

Die Bundesrepublik hat ihre Auslandsvertretung in der Türkei aufgrund einer Anschlagsdrohung überraschend geschlossen. Das Auswärtige Amt hätten Hinweise erreicht, dass Anschläge gegen die deutschen Vertretungen in der Feiertagswoche geplant seien, erfuhr die Süddeutsche Zeitung.

Als Begründung wird auf der Internetseite des Generalkonsulats in Istanbul zwar die Feiertagswoche aus Anlass des Opferfestes in der Türkei angeführt. Dass die Einrichtungen aber die ganze Woche geschlossen bleiben, ist überraschend. Das Opferfest ist das höchste islamische Fest, es wird in diesem Jahr von 12. bis 15. September gefeiert.

Bereits für die Woche vergebene Besuchertermine seien gestrichen worden, erfuhr die SZ. Als Vorsichtsmaßnahme habe man sich entschlossen, die Vertretungen in dieser Woche komplett zu schließen. Die deutschen Schulen haben ohnehin noch Ferien. Die Hinweise hätten nicht abschließend geprüft werden können. Jedoch nehme man solche Warnungen ernst. Ein großer Teil der Beschäftigten habe ohnehin Urlaub gehabt.

Zuletzt hatte Deutschland im März seine Vertretungen und Schulen in der Türkei geschlossen. Damals hatten die Behörden "sehr konkrete Hinweise" auf geplante Attentate. Sie befürchteten Anschläge durch die Terrororganisation IS. Im aktuellen Fall ist allerdings unklar, von welcher Gruppierung eine Bedrohung befürchtet wird.