US-Präsident Obama kippt einen der umstrittensten Pläne von Vorgänger Bush: den Raketenschild in Osteuropa. Grund dafür soll die verringerte Bedrohung durch Iran sein.
Die USA haben ihre Pläne für einen Raketenschild in Osteuropa nach tschechischen Angaben vorerst auf Eis gelegt. Ministerpräsident Jan Fischer sagte am Donnerstag in Prag, US-Präsident Barack Obama habe ihm mitgeteilt, er wolle von dem Vorhaben zunächst Abstand nehmen.
Zweifel am Raketenschild seines Vorgängers Bush: Obama US-Präsident. (© Foto: dpa)
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Zuvor hatte das Wall Street Journal bereits davon berichtet. Unter Berufung auf Vertrauensleute aus der aktuellen Regierung und der Vorgängerregierung unter Präsident George W. Bush seit laut der Zeitung eine Neubewertung der Bedrohung durch Iran ausschlaggebend.
Teheran habe sein Programm zur Entwicklung von Langstreckenraketen "nicht so schnell wie angenommen" vorangetrieben, hieß es. Daher solle die Arbeit an dem Abfangsystem eingestellt werden.
Allerdings behalte sich die Regierung von Präsident Barack Obama die Möglichkeit vor, das Programm weiterzuführen, sollte die Islamische Republik schnelle Fortschritte erzielen. Nun werde man sich auf die Abwehr von Kurz- und Mittelstreckenraketen konzentrieren.
Die Neubewertung der Sicherheitslage solle in der kommenden Woche abgeschlossen werden, heißt es in dem Zeitungsbericht. Zuvor hatte bereits die polnische Zeitung Gazeta Wyborcza berichtet, die Entscheidung für den Verzicht sei "praktisch schon gefallen".
Der US-Korrespondent des Blattes berief sich dabei auf Informationen aus der amerikanischen Rüstungsindustrie. Ein Regierungssprecher in Washington hatte den Zeitungsbericht damals "unzutreffend" genannt.
Obama hatte bereits nach seinem Regierungsantritt im Januar eine Überprüfung des Projekts angekündigt, das sich das Weiße Haus nach Meinung von Experten auch wegen der immensen Kosten derzeit nicht leisten möchte. Kritiker werten die Umkehr Obamas auch als Versuch, Russland für neue Sanktionen gegen Iran zu gewinnen.
Die USA-Raketenschildpläne sahen vor, bis 2011 in Osteuropa ein Abwehrsystem aufzubauen. Dafür war in Tschechien ein weitreichendes Radarsystem geplant, in Polen sollten bis zu zehn Einheiten von Abfangraketen stationiert werden.
Die Nato beschloss im April auf ihrem Gipfel in Straßburg, das amerikanische Vorhaben mit dem bereits existierenden "kleinen" Raketenschild in Westeuropa zu verbinden.
Das US-Vorhaben war in Russland auf scharfe Kritik gestoßen. Vor allem das geplante Langstrecken-Radar könnte weit nach Zentralrussland "hineinsehen" und damit die strategischen Raketentruppen Russlands aufklären. Das würde das strategische Gleichgewicht mit den USA empfindlich stören, hatte Moskau argumentiert.
Von der aktuellen Entwicklung zeigt sich die russische Regierung aber erfreut. Sie begrüßte den Schritt der Amerikaner. "Wenn die USA wirklich von ihren Plänen absehen wollen, Raketenabwehreinrichtungen in Polen und Tschechien zu stationieren, dann sind das natürlich gute Nachrichten", sagte ein Mitarbeiter des russischen Außenministeriums nach Angaben der Nachrichtenagentur Interfax am Donnerstag.
Derweil sorgt die mögliche Abkehr von dem Abwehrschild für Beunruhigung in Osteuropa: Der ehemalige polnische Staatspräsident Lech Walesa zeigte sich über den angeblichen Verzicht auf das Raketenabwehrschild tief enttäuscht. "Die Amerikaner haben sich immer nur um ihre Interessen gekümmert und alle anderen ausgenutzt", sagte Walesa dem Fernsehsender TVN24. Die Polen müssten nun ihre Sicht auf Amerika überprüfen und mehr an ihre Interessen denken. Er habe eine solche Entwicklung erwartet, betonte Walesa.
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(AFP/Reuters/woja/gba)
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Da haben Sie bestimmte Verständnisprobleme, und nicht alle sind auf meine mangelnden Sprachkenntnisse zurückzuführen.
Ich sagte nie und niergendwo, daß Sie sowas behauptet hatten. Ich sagte nur, daß auch es Ihnen erlaubt ist. Die Logik ist nicht so schwer, Defizite in dem Umfang sind sicher noch nachzuholen.
Ihre Bemerkungen in Betreff auf den angeblich erstarkenden Chauvinismus meiner Landsleute lauten etwas komisch Gerade in Ihrem Mund (als des Autors oder Anhänger von einigen Kommentaren hier)...
Habe keine Lust auf die Fortsetzung der Quasidiskussion mit Ihnen und Ihren Genossen fortzusetzen. Will ich sowas lesen, so eröffne ich mir einfach die Metapedia.
Da legen Sie ja eine Menge falscher Aussagen in meine Beitraege.
"Es ist Ihnen sogar erlaubt zu behaupten, daß der 2.WK als ein ausschließlicher Resultat von Verkenntnissen der polnischen Führung anzusehen seien..."
Wann und wo habe ich das behauptet? So wichtig war Polen nie, sowohl damals als auch heute wurde Polen von seinen angelsaechsischen Verbuendeten als Provokateur missbraucht.
Freunde tuen so etwas eher nicht.
Und Ihre Drohung das Leute wie ich fuer einen erstarkenden polnischen Chauvinismus verantwortlich sind, kommt mir geschichtlich betrachtet auch bekannt vor.
Und zu den Kosten keine Sorge, ich gehoere nicht zu denen die die deutschen Gebiete unter polnischer Verwaltung zurueck haben moechten, gibt ja kaum noch Deutsche dort eine Folge ..., aber lassen wir das.
Und zur Meinung, stellen Sie sich vor ich hab die einfach, ob ich darf oder nicht.
Die Verfassung garantiert - Ihnen und Herrn Olaf Nichte auch - natürlich nicht die Meinung, sondern nur es, diese haben zu dürften. Die Meinung müssen Sie sich aber selber ausarbeiten, und für deren Qualität sind Sie auch selber verantwortlich.
Ich persönlich hoffe, daß sich Ihre Weisheiten über die sich angeblich wiederholende Lage doch nicht erfüllen.
Auch Ihnen wünsche ich dasselbe, denn damals hat sich nicht nur die polnische Leitung einiges verkennt, sondern auch die deutsche. Und einige weiteren ebenfalls. Mit einem Ergebnis, das für alle ziemlich kostspielig war, gell?
Gruß aus Warschau
Natürlich garantiert es Ihnen die Verfassung, eigene Meinung zu haben, selbst wenn diese aus einem bedeutenden Defizit an Information oder Analyse resultiert.
Es ist Ihnen sogar erlaubt zu behaupten, daß der 2.WK als ein ausschließlicher Resultat von Verkenntnissen der polnischen Führung anzusehen seien, sowie daß die gemeinsame Aktion Deutschlands und Russlands damals als eine Sanitärmaßnahme betrachtet (und am liebsten heute wiederholt) werden sollte.
Wenn Sie aber derartige Ansichten präsentieren wollen, so sollten Sie dann weder überrascht noch empört sein, daß Polen (oder eher politische Vertreter von einem Teil dessen Bevölkerung) versucht - erfolgreich oder nicht - woanders nach Freunden zu suchen...
Ich würde sogar sagen, Sie beitragen massiv azu, daß derartige Aussagen massiv dazu beitragen, daß derartige Politiker auf mehrere Stimmen rechnen können.
Gruß aus Warschau.
Ich halte die Ausfuehrungen von Olaf Nichte nicht fuer schwachsinnig sondern fuer durchaus schluessig.
Und der Bezug auf 1939 ist unpassend passend, auch damals verkannte eine polnische Fuehrung die Realitaet fatal und waehnte sich unschlagbar ob der Blankogarantie der Verbuendeten.
Paging