Während eines Besuchs von Verteidigungsminister MacKay haben die Taliban einen kanadischen Stützpunkt in Afghanistan bombardiert.

Der kanadische Verteidigungsminister Peter MacKay ist bei einem Truppenbesuch in Afghanistan einem Angriff der Taliban unversehrt entgangen. Wie der Sender CTV in Toronto berichtete, schlugen während des Besuchs des Ministers im Stützpunkt "Wilson" westlich von Kandahar plötzlich mehrere Raketen in dem Lager ein. Bei den Explosionen wurden vier Soldaten verwundet. MacKay wurde umgehend mit einem gepanzerten Fahrzeug in Sicherheit gebracht.

Peter MacKay, Reuters

Gefährlicher Truppenbesuch: Der kanadische Verteidigungsminister Peter MacKay bei seiner Ankunft in Afghanistan am Wochenende (© Foto: Reuters)

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Da der Besuch des Ministers als geheim galt, vermuteten kanadische Militärs, dass die Taliban wegen der erhöhten Sicherheitsmaßnahmen und der zusätzlichen Hubschrauber "einfach auf Verdacht" Raketen auf den Stützpunkt abgefeuert hatten. Kanada hat rund 2500 Soldaten in Afghanistan im Einsatz.

Mit einer dreitägigen Staatstrauer gedenken die Afghanen den Opfern des bislang schwersten Selbstmordanschlags in ihrem Land . Nach Angaben des Provinz-Gouverneurs Mohammed Alam Ischaaksai kamen bei dem Attentat am Dienstag im eigentlich bisher relativ ruhigen Norden 41 Menschen ums Leben, 81 wurden verletzt. Allerdings gehen die Angaben über die Todesopfer weit auseinander. Der Direktor des örtlichen Krankenhauses Chalilullah hatte von 90 Toten gesprochen.

"Die Toten und die Verwundeten sind größtenteils Kinder", sagte ein Arzt eines Krankenhauses in Baghlan, wo sich der Anschlag auf eine Delegation von Parlamentariern ereignete. Die Delegation besuchte eine von Deutschland geförderte Zuckerfabrik und wurde dort von Schulkindern begrüßt.

Auch am Mittwoch waren die Behörden an der Anschlagstelle noch damit beschäftigt, Leichenteile einzusammeln. Deutsche Soldaten, die in der Region stationiert sind, wurden nicht verletzt.

Ischaaksai machte "die Feinde Afghanistans" für den Anschlag verantwortlich, womit in der Regel die Taliban gemeint sind. Ein Sprecher der radikal-islamistischen Gruppe wies dies jedoch zurück. Die Taliban distanzieren sich meist von Anschlägen, bei denen zumeist Zivilisten getötet wurden.

Die US-Regierung verurteilte den Anschlag. Präsidialamtssprecherin Dana Perino sprach von einer "verachtenswerten Tat" voller Feigheit. Der Anschlag erinnere daran, wer der Feind sei: "Extremisten mit Bösem im Herzen, die auf unschuldige muslimische Männer, Frauen und Kinder zielen".

Bei Selbstmordanschlägen der Extremisten in diesem Jahr sind bislang mehr als 200 Menschen getötet worden.

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(dpa/Reuters/gal/sma)