US-Politik Trump redet sich um Kopf und Kragen

US-Präsident Donald Trump hat seinem Lieblingssender Fox News ein telefonisches Live-Interview gegeben - mit womöglichen unangenehmen Folgen.

(Foto: AFP)

Der US-Präsident lässt im Interview mit seinem Lieblingsfernsehsender seinem Ärger freien Lauf. Er schimpft auf alles und jeden. Und macht zwei womöglich schwere Fehler.

Von Thorsten Denkler, New York

Donald Trump hat keine gute Laune an diesem Donnerstagmorgen. Der US-Präsident ist am Telefon zugeschaltet. Die drei Moderatoren seiner Lieblingssendung Fox and Friends auf Fox News interviewen ihn eine halbe Stunde lang von ihrem New Yorker Studio aus. Wobei, das stimmt nicht ganz. Es ist kein Interview im klassischen Sinne, die Moderatoren geben im Grunde nur Stichworte. Und Trump poltert drauflos. Minutenlang. Selbst wenn das Trio im Studio gewollt hätte, es hätte Trump kaum unterbrechen können, so sehr redete er sich in Rage.

Über den "Lügner und Durchstecher" James Comey, den ehemaligen FBI-Chef, den er gefeuert hat im Mai vor einem Jahr. Über die Untersuchungen in der Russland-Affäre, geführt von Sonderermittler Robert Mueller. Über sein Justizministerium, das die Ermittlungen beaufsichtigt - und das ihm zwar unterstellt ist, aber in dem einige Leute eine "Hexenjagd" auf ihn betreiben würden. Über die angeblichen "Fake News"-Sender. Von CNN über ABC bis zu NBC und eigentlich alle anderen auch. Außer natürlich Fox News, weil sie ihn fair behandeln würden. Als Einzige!

Vieles, was Trump sagt, ist einfach konfus

Wer an diesem Morgen vielleicht noch etwas schläfrig den Sender eingeschaltet hatte, der war danach hellwach. Entweder, weil er sich von Trump hatte aufpeitschen lassen. Oder vor lauter Fassungslosigkeit darüber, wie sich der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika so gehen lassen kann.

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Vieles ging durcheinander. Oder war einfach konfus. Trump sagte Sätze wie: "Über mir schwebt eine Wolke aus Lügen, die nicht existiert." Seiner Arbeit als Präsident gebe er eine "Eins plus". Sogar den Moderatoren, drei ausgewiesene Trump-Fans, war anzumerken, dass sie manchmal kaum noch folgen konnten, so schnell wechselte Trump von Thema zu Thema. An anderen Stellen wiederholte er sich so oft, als würde er glauben, vor ihm säßen Leute, denen alles Dutzende Male erklärt werden müsse, bevor sie es kapierten.

Zum Beispiel, wie leicht er die Wahl 2016 gewonnen habe. Und dass er natürlich lieber die Mehrheit aller Stimmen bekommen hätte - am Ende lag er knapp drei Millionen Stimmen hinter Hillary Clinton. Es wäre ihm ein Leichtes gewesen, die Mehrheit zu bekommen, behauptet er. Aber er musste sich ja auf das Wahlmännergremium konzentrieren, das letztlich den Präsidenten bestimmt. Und da hatte er genug Stimmen.

Trump wird immer lauter. Von Satz zu Satz. Er kommt einfach nicht darüber hinweg, dass Clinton die Mehrheit der Amerikaner hinter sich hatte.

Der Auftritt lässt erahnen, warum seine Anwälte die Idee für eher schlecht halten, dass sich Trump mit Sonderermittler Mueller trifft. Trump war da bisher anderer Meinung. Nachdem das FBI aber kürzlich die Büros und Privaträume seines persönlichen Anwaltes Michael Cohen in New York durchsucht hat, ist er jetzt so sauer, dass er schon deshalb keine Lust mehr auf so ein Treffen hat.

Dafür sagt er nun auf Fox News ein paar Dinge, die die Ermittler im Fall Cohen wunderbar gegen Cohen als auch gegen Trump verwenden könnten.