Trotz Plagiatsaffäre Berliner CDU-Fraktion spricht Graf Vertrauen aus
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Doktortitel verloren - und dennoch im Amt bestätigt: In einer Sondersitzung hat die Berliner CDU ihrem Fraktionschef Graf den Rücken gestärkt. Der hatte zuvor eingeräumt, in seiner Dissertation abgeschrieben zu haben.
Der wegen einer Plagiatsaffäre unter Druck geratene Berliner CDU-Fraktionschef Florian Graf hat weiterhin das Vertrauen seiner Fraktion. In einer Sondersitzung sprachen sich in geheimer Abstimmung 30 von 34 anwesenden Abgeordneten dafür aus, dass er im Amt bleibt. Drei votierten dagegen, es gab eine Enthaltung. Die Sondersitzung dauerte kaum 30 Minuten
Der 38-jährige Verwaltungswirt führt die CDU-Fraktion erst seit fünf Monaten.
(Foto: dpa)Nach der Fraktionssondersitzung erklärte Graf, dass er außerordentlich dankbar sei für das ausgesprochene Vertrauen, das nicht selbstverständlich sei. "Ich habe große Fehler gemacht und eingeräumt." Er sei jedoch "sicher, das verlorene Vertrauen Stück für Stück zurückgewinnen zu können".
Graf hatte in der vergangenen Woche eingeräumt, bei seiner Dissertation getäuscht zu haben. In einer Erklärung an die Universität Potsdam hatte der Diplom-Verwaltungswirt mitgeteilt, dass er bei mehreren Autoren abgeschrieben habe, ohne dies kenntlich gemacht zu haben. Auf sieben seiner rund 210 Seiten umfassenden Doktorarbeit sei das der Fall. Darüber hinaus habe er noch an zwei Stellen falsch zitiert. Die Universität Potsdam entzog dem Berliner Fraktionschef daraufhin am Mittwoch den Doktortitel.
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Der CDU-Landesvorsitzende und Innensenator Frank Henkel - Grafs Vorgänger an der Spitze der Fraktion - betonte, Graf habe eine zweite Chance verdient, die er auch nutzen werde. "Graf hat Fehler eingeräumt mit dem nötigen Respekt vor der Fraktion. Er hat sich reuig und demütig gezeigt. Er hat keine Salami-Taktik betrieben, und für diese Art der Erklärung hat er unser Vertrauen bekommen", sagte Henkel.
Der 38-jährige Verwaltungswirt führt die Fraktion erst seit fünf Monaten. Graf trat 1995 in die CDU ein und gehört dem Abgeordnetenhaus seit 2006 an. Zunächst war er Parlamentarischer Geschäftsführer. Anfang Dezember 2011 wurde er als Nachfolger von Frank Henkel zum Fraktionsvorsitzenden gewählt.