Der sudanesische Präsident al-Baschir setzt seine Tour durch die afrikanischen Nachbarstaaten fort - und provoziert damit den Strafgerichtshof in Den Haag.

Ungeachtet des gegen ihn erlassenen internationalen Haftbefehls setzt der sudanesische Präsident Omar al-Baschir seine Auslandsreisen in die Nachbarländer fort.

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Omar al-Baschir am Mittwoch auf dem Weg nach Ägypten. (© Foto: dpa)

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Nach Eritrea und Ägypten besuchte Baschir Medienberichten zufolge Libyen. Aus Kreisen des sudanesischen Präsidialamtes hatte es zunächst geheißen, Baschir sei auf dem Weg nach Äthiopien. Später meldeten arabische Fernsehsender, Baschir sei in Libyen eingetroffen.

Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag (IStGH) hatte Anfang März gegen Baschir Haftbefehl wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in der sudanesischen Krisenprovinz Darfur erlassen. Durch den Konflikt starben nach UN-Angaben etwa 300.000 Menschen; 2,7 Millionen Menschen wurden vertrieben.

Grundsätzlich riskiert Baschir eine Festnahme im Ausland, da der IStGH einen internationalen Haftbefehl ausgestellt hat. Baschir muss allerdings nur mit einer Festnahme rechnen, wenn er sich in ein Land begibt, das die Statuten des Gerichtshofs anerkannt hat. Außerdem muss er vor jedem seiner Flüge prüfen, auf welcher Route er sich sicher sein kann, nicht verhaftet zu werden.

Kurz nach der IStGH-Entscheidung hatte die sudanesische Regierung erklärt, Baschir werde auch an einem arabischen Gipfel kommende Woche in Katar teilnehmen. Katars Ministerpräsident erklärte jedoch, seine Regierung gerate unter Druck, wenn sie den Präsidenten empfange.

In Darfur liefern sich Sudans Armee und von der Regierung unterstützte Milizen liefern seit 2003 Kämpfe mit Rebellen. Schätzungen zufolge wurden dabei bislang mindestens 200.000 Menschen getötet und 2,7 Millionen vertrieben.

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(APF/Reuters/gal/mati)