Erst die Provokation, jetzt die Gratulation: Zwei Tage nach Merkel hat auch Medwedjew Obama beglückwünscht - und offenbar gleich ein Treffen vereinbart.

Der russische Präsident Dmitrij Medwedjew und der künftige US-Präsident Barack Obama wollen sich nach russischen Angaben schon bald treffen. Dies hätten beide bei einem Telefonat am Samstag vereinbart, sagte ein Sprecher des russischen Präsidialamts. Sehr wahrscheinlich werde das Treffen am Rande des Gipfels zur Finanzkrise am kommenden Wochenende in Washington stattfinden.

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Anruf aus Moskau: Amerikas künftiger Präsident Obama und Russlands Präsident Medwedjew haben offenbar ein Trefffen vereinbart. (© Foto: Reuters)

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Zum weiteren Inhalt des Telefonats wollte sich der Sprecher nicht äußern. Er erklärte lediglich, Medwedjew habe Obama zu seinem erfolgreichen Wahlkampf gratuliert.

Medwedjew hatte am Tag nach der Wahl Obamas angekündigt, Russland werde als Gegenmaßnahme zu dem geplanten US-Raketenabwehrsystem in Osteuropa Kurzstreckenraketen nahe der polnischen Grenze aufstellen. Am Samstag hieß es nach einem Telefonat von Polens Präsident Lech Kaczynski mit Obama auf der Internetseite des polnischen Staatsoberhaupts, der künftige US-Präsident wolle an dem Abwehrschild festhalten.

Ein Mitarbeiter Obamas erklärte jedoch, die Haltung des designierten Präsidenten habe sich in dieser Frage nicht geändert. Der Demokrat habe bereits im Wahlkampf deutlich gemacht, dass er nur für die Installation eines Abwehrsystems sei, wenn die Funktionsfähigkeit der Technik bewiesen sei.

Die US-Regierung plant die Errichtung einer Radaranlage in Tschechien und die Stationierung von Abfangraketen in Polen. Washington will mit dem Raketenschild nach eigenen Angaben gegen mögliche Angriffe von "Schurkenstaaten" wie Iran oder Nordkorea gewappnet sein. Die russische Seite betrachtet ein US-Raketenabwehrsystem in zwei Nato-Staaten in unmittelbarer Nähe zum russischen Territorium als direkte Bedrohung der eigenen Sicherheit und lehnt es deshalb kategorisch ab.

Iran kritisiert Obamas Äußerungen zur Atompolitik

Kritik an Obama kam unterdessen aus Iran. Obama hatte am Freitag erklärt, dass es für ihn inakzeptabel sei, dass Teheran Atomwaffen entwickle. Er werde internationale Bemühungen in Gang setzen, um dies zu verhindern. Da sich diese Haltung nicht allzu sehr von der Einstellung der gegenwärtigen Regierung unter George W. Bush unterscheidet, forderte Parlamentspräsident Ali Laridschani, die Welt brauche keine kosmetischen Änderungen in der US-Außenpolitik, sondern einen grundsätzlichen Wandel. Obamas Äußerungen gingen in die falsche Richtung, sagte Laridschani.

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(Reuters/AFP/AP/hai)