Die Bild-Zeitung fordert die Kanzlerin in großen Buchstaben auf, die Trauerfeier für die gefallenen Soldaten zu besuchen. Es dauert nicht lange, da überdenkt Merkel ihre Haltung.
Die Bild-Zeitung schreibt gerne so, wie Volkes Seele empfindet. Die Leute sollen sagen: "Stimmt eigentlich". Und so fragt Deutschlands größte Boulevardzeitung an diesem Donnerstag in großen Buchstaben: "Warum gibt die Kanzlerin den toten Soldaten nicht das letzte Geleit?"
Ausriss aus der Bild-Zeitung von diesem Donnerstag. (© Foto: ddp)
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Ja, warum eigentlich nicht? Die Kanzlerin könnte den drei in Kundus gefallenen Fallschirmjägern diese Ehre erweisen, legt Bild nahe. Schließlich unterstützt ihre Regierung den Krieg in Afghanistan. Schließlich wurde das Mandat der Bundeswehr mit schwarz-gelber Mehrheit im Parlament unlängst verlängert.
Die Zeitung lieferte noch weitere Gründe, warum die Kanzlerin die Trauerfeier im niedersächsischen Selsingen besuchen sollte. "US-Präsident Barack Obama, Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy, Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi - sie alle gaben ihren Soldaten schon das letzte Geleit", erklärt Bild.
Und dann fanden sich natürlich noch Stimmen aus der Koalition und der Opposition, die alle auch irgendwie sagten: "Stimmt eigentlich!"
Die Kanzlerin und CDU-Chefin, so schien es lange Zeit, sah die Sache ganz anders. Nur Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) und Generalinspekteur Volker Wieker waren als Vertreter der Bundesregierung bei der Trauerfeier angekündigt. Bild schrieb von einer "Verabredung zwischen Kanzleramt und Verteidigungsministerium".
Angela Merkel, mächtigste Frau der Welt, hielt immer maximal mögliche Distanz zum Krieg in Afghanistan. Im Wahlkampf spielte der Einsatz am Hindukusch keine Rolle. Und nach dem verheerenden Luftangriff auf zwei Tanklastzüge nahe Kundus, der weit mehr als hundert Menschenleben - darunter Zivilisten - gefordert und einen Minister zum Rücktritt gezwungen hatte, schwieg die Kanzlerin so lange und so laut, dass Parteifreunde Merkel zu einer öffentlichen Stellungnahme drängen mussten.
Am Donnerstagmorgen dann die Überraschung: Wenige Stunden nachdem die Bild-Zeitung mit ihrer großen Frage auf dem Markt war, reichte Angela Merkel ihr "Stimmt eigentlich" nach. Um 10:30 Uhr meldeten die Agenturen, dass auch die Kanzlerin an der Trauerfeier teilnehmen wird. Merkels Regierungssprecher formulierte das natürlich so, als sei dies eine Selbstverständlichkeit: "Das ist ihr ein persönliches Anliegen", war plötzlich überall zu lesen.
Brauchte es dazu Bild? Hilft Chefredakteur Kai Diekmann, Trauzeuge Helmut Kohls, der aktuellen Kanzlerin ein wenig nach? Bei Gerhard Schröder wäre das vermutlich nicht passiert, denn der Altkanzler wurde mit der Phrase zitiert, zum Regieren brauche er vor allem "Bild, BamS und Glotze".
Auf Nachfrage von sueddeutsche.de erklärt ein Regierungssprecher, Merkel habe nie ausgeschlossen, an der Trauerfeier teilzunehmen. Er räumt aber ein, dass die Kanzlerin lange überlegt habe. Der Grund: Merkel habe die Trauerfeier nicht "mit ihrer Anwesenheit dominieren" wollen.
Das ist natürlich nobel. Die Frage nach einem Zusammenhang mit dem Artikel in der Bild-Zeitung wollte er freilich nicht kommentieren.
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(sueddeutsche.de/jja)
Reiseknigge: Türkei
Da habe ich einige rote Stricherl eingefangen, obwohl ich vom Sinn her eigentlich genau das Gleiche wie die nachfolgendenden Poster schreiben wollte.
Selbstverständlich wollte ich auch nicht die Süddeutsche Zeitung kritisieren. Das war doch nur ironisch gemeint.
"Bildet Bild Merkels Meinung?"
Ist ja eigentlich nichts neues, denn auch zum Thema, Türkei und vor allem Israel ist ja unser laufender Hosenanzug immer voll auf Linie der "Springermedien".
Alles nur Zufall?, wohl kaum.
"Die Bild-Zeitung schreibt gerne so, wie Volkes Seele empfindet"
Schwachsinn, der eisneitig pro-Israel Springerkonzern (incl. BLIND) vertritt selten Volkes Meinung, versucht diese aber als größter Medienkonzern in D auf diese einzuwirken.
Deutsche Soldaten sterben in Afganistan. Allein das ist schon schlimm genug. Aber man muss genauer hinschauen und nach den Ursachen fragen. Was bringt deutsche Soldaten nach Asien?
Wird Deutschlands Sicherheit wirklich am Hindukush verteidigt? wie es uns einst Peter Struck glauben machen wollte? Die Antworten darauf sind klar. Die Bundeswehr hat ureigens den Zweck der Landesverteidigung. Dass sie für Afganistan eingesetzt wird ist einzig der perfiden Schröder/Fischer Politik geschuldet, die uns glauben machen wollte, dass wir uns nach dem 11.9 aus bewaffnete Konflikte heraushalten können. Doch insgeheim wurden Vorbereitungen für eine "Wiederaufbauaktion" getroffen - mit militärischen Mitteln. Das hat noch nie funktioniert; und auch alle Hilfsorganisationen vorort lehnen dieses Engagement ab. Doch Deutschland will "Verantwortung" in der Welt übernehmen und schleicht sich über diesen Weg auf diese Bühne, die sie nicht beherrscht. Hierzulande wird den Menschen nur häppchenweise deutlich gemacht, in welch verfahrene Situation sich die Politik schon bewegt hat. Dass diese Soldaten dort sich im Krieg befinden ist allen klar denkenden Menschen in diesem Lande klar. Doch Herr z.Guttenberg spricht vom "umgangssprachlichen Gebrauchs des Wortes Krieg". Wie zynisch muss man sein, um so etwas sagen zu können, oder ist Herr z.Guttenberg nur noch hilflos? Man kann nur hoffen, dass sich die betroffenen Menschen, die zu Soldaten gemacht werden sollen zu Hauf den Dienst an der Waffe verweigern. Denn wo kein Soldat, da auch kein Krieg! Stoppt diesen Wahnsinn!!
Unglaublich, wie schnell sogar das Wort "Bild" allein wirkt.
Das Wort "bildet" im Zusammenhang mit der "Bild" kann nur auf einem schwerem Irrtum beruhen.
Obwohl - vom Niveau her würden die "Bild" und Merkel tatsächlich ganz gut zusammenpassen.
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