Frankreichs Militär soll den Hergang der Kämpfe mit den Taliban verschleiert haben, bei denen zehn französische Soldaten getötet und 21 verwundet worden waren.

Schwere Vorwürfe gegen die französischen Streitkräfte: Das verlustreiche Gefecht mit den radikal-islamischen Taliban am 18. August soll sich anders zugetragen haben als bisher dargestellt . Zu Beginn der Kämpfe seien "vier französische Soldaten von den Aufständischen gefangen genommen und exekutiert worden", schreibt das Pariser Enthüllungsblatt Le Canard enchaîné. Die von den Franzosen ausgebildeten afghanischen Soldaten hätten gleich bei den ersten Schüssen "die Flucht ergriffen".

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Der afghanische Übersetzer sei bereits Stunden vor Beginn der französischen Kontrollfahrt bei Kabul verschwunden, schreibt die Wochenzeitung weiter. Dennoch sei der Konvoi wie geplant gestartet. Die beiden französischen Hubschrauber vor Ort hätten keine Aufklärungs- und Hilfseinsätze fliegen können, weil sie zum Personenschutz des afghanischen Präsidenten Hamid Karsai eingesetzt gewesen seien.

Zuvor hatte bereits Le Monde unter Berufung auf Verwundete die offizielle Darstellung korrigiert, derzufolge alle Gefallenen zu Gefechtsbeginn getötet worden seien. Die Regierung hatte daraufhin zugegeben, dass es auch später Tote gab. Der Regierung zufolge waren die Taliban vorgewarnt.

Der Canard druckte zudem Auszüge aus dem Lagebericht eines in Afghanistan stationierten Oberstleutnants, der Taliban-Offensiven in den Tälern voraussagte, wo die Kämpfe stattfanden. Der Offizier berichtet zudem über Mängel in der Ausbildung und der Ausrüstung der französischen Soldaten und bescheinigt den afghanischen Truppen "schwache Aussichten, über die Taliban zu siegen".

Inzwischen wird ein weiteres Gewaltopfer in Afghanistan beklagt. Ein am Vortag entführter japanischer Mitarbeiter einer Hilfsorganisation ist tot. Die Leiche des 31-jährigen Kazuya Ito sei in den Bergen im Osten des Landes gefunden worden, teilte der Gouverneur der Provinz Nangarhar mit. Seine Leiche weise zahlreiche Schussverletzungen auf.

Am Mittwochmorgen wurden zudem Bundeswehrsoldaten in Nord-Afghanistan angegriffen - dabei wurde ein Soldat getötet, weitere wurden verletzt.

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(AFP/Reuters/AP/odg)