Angriff aus den eigenen Reihen: In einem offenen Brief kritisieren ranghohe Bundeswehrsoldaten den Verteidigungsminister dafür, den geplanten Tornado-Einsatz in Afghanistan zu verharmlosen.

Jung behaupte "wider besseres Wissen", es handele sich bei dem Tornado-Einsatz nur um Aufklärung, heißt es in einem an die Bundestagsabgeordneten gerichteten Schreiben des Vereins "Darmstädter Signal", einem Zusammenschluss kritischer Bundeswehrsoldaten.

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Sollen für die militärische Aufklärung in Afghanistan eingesetzt werden: Tornados der Bundeswehr. (© Foto: ddp)

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Tatsächlich sei die militärische Aufklärung aber "ein wichtiger Teil" des militärischen Kampfes. "Die Aufklärungsergebnisse sollen sofort ausgewertet werden und den Kampf der Bodentruppen und der Jagdbomber direkt unterstützen", heißt es in dem Brief, der kurz vor der Abstimmung am vergangenen Freitag verfasst wurde

Plädoyer für den Rückzug

"Diese neue Qualität des deutschen Engagements bindet und zieht uns immer tiefer in das Kampfgeschehen ein; Forderungen nach dem Einsatz deutscher Bodentruppen - aus Solidarität - im Süden und Osten werden folgen", warnen die Verfasser.

Sie plädieren dafür, in Kooperation mit den anderen NATO-Ländern mit der Planung des schrittweisen Abzugs der Truppen zu beginnen. Der Einsatz der Tornados werde die Sicherheit der Soldaten gefährden, da Deutschland seine neutrale Helfer-Rolle aufgebe und die deutschen Soldaten ins Fadenkreuz von Terroristen rückten.

Zu den Unterzeichnern des Briefes zählen aktive und ehemalige Offiziere und Unteroffiziere der Bundeswehr - darunter auch Oberstleutnant Jürgen Rose, der als erster deutscher Bundeswehrsoldat aus Gewissensgründen die Freistellung vom Tornado-Einsatz in Afghanistan beantragt hat. Der Netzeitung sagte Rose, das Bundestagsvotum für den Tornado-Einsatz sei "ausgesprochen undemokratisch", da die Mehrheit der Deutschen gegen die Entsendung der Bundeswehr-Jets nach Afghanistan sei.

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(AP)