Tödliche Gewalt gegen Christen Weltweite Empörung über Anschläge in Nigeria

UN-Generalsekretär Ban hat ein Ende der religiös motivierten Gewalt in Nigeria gefordert. Bei Anschlägen radikaler Islamisten auf christliche Kirchen waren mehr als 40 Menschen gestorben. Bundespräsident Wulff sprach von "feiger Gewalt" und auch aus anderen Ländern gibt es heftige Kritik.

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki Moon, hat nach den Anschlägen auf christliche Kirchen in Nigeria ein Ende der religiös motivierten Gewalt in dem Land gefordert. Es gebe kein Ziel, dass diese Taten rechtfertige, sagte ein Sprecher Bans in New York.

Brennende Autos vor der katholischen Kirche St. Theresa in der Nähe der nigerianischen Hauptstadt Abuja - hier starben am ersten Weihnachtstag mehr als 35 Menschen.

(Foto: REUTERS)

Bei den Anschlägen auf Kirchen waren während der Weihnachtsgottesdienste an fünf verschiedenen Orten mehr als 40 Menschen getötet worden. Zu den meisten Taten bekannte sich die radikalislamische Gruppierung Boko Haram, die im Norden Nigerias einen islamischen Staat errichten will.

Auch Bundespräsident Christian Wulff und Außenminister Guido Westerwelle verurteilten die Taten. Wulff sagte, dass diese feige Gewalt von keiner Religion gedeckt sei: "Besonders verabscheuungswürdig ist, dass sich die Anschläge gegen Menschen richteten, die sich friedlich an Weihnachten in ihren Gotteshäusern versammelt hatten."

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) forderte Freunde, Partner und Gleichgesinnte aus aller Welt auf, sich dem Übel von Terrorismus, Gewalt und Unterdrückung mit ganzer Kraft entgegenzustellen. Dies gelte für Afghanistan und Nigeria, aber auch für Syrien, Weißrussland und anderswo.

Der Sprecher von US-Präsident Barack Obama, Jay Carney, sagte, man verurteile diese sinnlose Gewalt und diesen tragischen Verlust von Leben am Weihnachtstag. Der Vatikan sprach von der Grausamkeit eines blinden und absurden Hasses, der keinerlei Respekt vor dem menschlichen Leben habe. Verurteilt wurden die Anschläge auch von den Regierungen in Paris und London.

Boko Haram hatte auch vergangenes Jahr an Weihnachten mehrere Anschläge verübt. Dabei waren über 100 Menschen ums Leben gekommen. Die islamische Sekte gilt nach Behördenangaben als größtes Sicherheitsrisiko in Nigeria. Die Terroristen wollen einen Staat auf Grundlage der Scharia und ohne eine westlich geprägte Demokratie errichten. Der Name der Organisation heißt übersetzt: Westliche Bildung ist Sünde.