Todesstrafe Zahl der Hinrichtungen fast verdoppelt

Die Todesstrafe wird inzwischen in zahlreichen Ländern geächtet - dennoch werden laut Amnesty International weltweit immer mehr Menschen hingerichtet.

Zwar wird die Todesstrafe in immer Ländern offiziell geächtet. Trotzdem werden nach Angaben von Amnesty International weltweit immer mehr Menschen hingerichtet.

Wie die Menschenrechtsorganisation zum Internationalen Tag gegen die Todesstrafe mitteilte, wurden im vergangenen Jahr fast 2400 Menschen hingerichtet; das sind knapp doppelt so viele wie 2007.

Auch die Zahl der Menschen, die im vergangenen Jahr zum Tode verurteilt wurden, ist laut Amnesty von rund 3300 auf knapp 8900 gestiegen. Der Großteil der Hinrichtungen wurde den Angaben zufolge in China, im Iran, in Saudi-Arabien, Pakistan und den USA vollstreckt. Weltweit warten derzeit mehr als 20.000 Menschen in Gefängnissen auf ihre Exekution.

Nach Amnesty-Zahlen richtet die Volksrepublik China weiterhin mehr Menschen hin als jedes andere Land der Welt. Im vergangenen Jahr seien dort mehr als 1700 Menschen auf Anordnung des Staates getötet worden. Genaue Zahlen für 2009 gibt es noch nicht.

In den USA hingegen seien in diesem Jahr bereits mehr Menschen hingerichtet worden als im gesamten Jahr 2008, so die Organisation. Nach Amnesty-Zahlen starben dort bisher 39 Todes-Kandidaten. Im Vorjahr waren es 37. Auch im Iran seien die Zahlen wieder nach oben gegangen. Allein seit der umstrittenen Präsidentenwahl im Juni mit der Bestätigung von Amtsinhaber Mahmud Ahmadinedschad seien mindestens 115 Todesurteile vollstreckt worden.

Derzeit halten noch 58 Länder an der Todesstrafe fest. In 139 Staaten ist sie per Gesetz abgeschafft oder wird in der Praxis nicht mehr vollstreckt. In diesem Jahr schafften zum Beispiel Burundi und Togo die Todesstrafe völlig ab.