Keine Gnade: In Teheran sind zwei Regimekritiker hingerichtet worden - zugleich wurden neun weitere zum Tode verurteilt.

Einen Monat nach den jüngsten Massenprotesten gegen die iranische Regierung sind zwei Teilnehmer der Demonstrationen hingerichtet worden. Mohammad Resa Ali Samani und Arasch Rahmanipur wurden am Donnerstagmorgen gehängt, wie das staatliche Fernsehen berichtete. Zuvor habe ein Berufungsgericht die Todesstrafe bestätigt.

Protest Iran Teheran Juni 2009 AP Bild vergrößern

Protest in Teheran: Eine Anhängerin von Mir-Hussein Mussawi hält ein Bild des Oppositionsführers hoch. Die Aufnahme entstand im Juni 2009. (© Foto: AP)

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Den beiden Männern wurde versuchter Umsturz und Zugehörigkeit zu bewaffneten Oppositionsgruppen zur Last gelegt. Wie die Nachrichtenagentur Isna berichtete, wurden neun weitere Demonstranten zum Tode verurteilt.

Alle elf Verurteilten seien am 27. Dezember während der Demonstrationen gegen die umstrittene Wiederwahl von Präsident Mahmud Ahmadinedschad festgenommen worden und gehörten monarchistischen Gruppen beziehungsweise den oppositionellen Volksmudschaheddin an.

Zamani und Rahmanipur waren vermutlich zwei von insgesamt fünf Oppositionellen, die laut offiziellen Angaben im Oktober zum Tode verurteilt worden waren. In Medienberichten vom Donnerstag war von neun weiteren Todesurteilen die Rede, darunter einige im Zusammenhang mit einer Massenkundgebung der Opposition am 27. Dezember.

An jenem Tag kamen mindestens acht Menschen bei Zusammenstößen zwischen Polizisten und Demonstranten ums Leben, mehrere hundert Anhänger der Opposition wurden festgenommen.

Nächste Proteste am Revolutionstag?

Dies waren die folgenschwersten Unruhen seit der Niederschlagung der Proteste gegen die Präsidentschaftswahl im Sommer. Bei der Wahl im Juni wurde Präsident Mahmud Ahmadinedschad laut amtlichem Ergebnis im Amt bestätigt. Die Opposition wirft ihm Wahlbetrug vor.

Die iranische Justiz macht nach eigenen Angaben einen Unterschied zwischen den gemäßigten Oppositionellen, die zwar gegen Ahmadinedschad sind, aber das islamische System nicht grundsätzlich in Frage stellen, und denjenigen, die einen Umsturz anstreben.

Die Opposition nutzt bei ihren Protesten oft Veranstaltungen der Regierung, um auf die Straße zu gehen. Der nächste offizielle Feiertag ist am 11. Februar, wenn Iran den 31. Jahrestag der islamischen Revolution begeht.

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(Reuters/AP/odg/gal)