Tierschutz Warum Trump plötzlich Elefanten schützen will

Er mag Elefanten einfach, sagen Trump-Mitarbeiter aus dem Weißen Haus.

(Foto: dpa)
  • US-Präsident Trump will die Einfuhr von Elefanten-Trophäen in die USA wieder stoppen.
  • Eine US-Behörde hatte das Verbot aus der Obama-Zeit teilweise aufgehoben.
  • Der Schritt kommt überraschend. Zwei Trump-Söhne sind begeisterte Großwildjäger.
Von Thorsten Denkler, New York

Donald Trump scheint etwas tun zu wollen, was ohne Zweifel richtig ist. Richtig gut sogar: Er hat offenbar vor, eine neue Regel zurückzuziehen, wonach Großwildjäger ihre Trophäen, zum Beispiel Elefantenköpfe aus afrikanischen Jagdgebieten, wieder mit in die USA bringen können.

Trumps Vorgänger Barack Obama hatte diese Möglichkeit zumindest für Simbabwe und Sambia 2014 verboten. Gegen großen Widerstand der Jagdfreunde in den USA. In beiden Staaten war die Elefanten-Population zwischen 2007 und 2014 um nahezu 30 Prozent gesunken. Die nationale Fisch- und Wildtierbehörde der USA (USFWS) hat Obamas Order jetzt zurückgenommen. Angeblich, weil sich die Zustände deutlich gebessert hätten. Anfang des Monates bereits wurde das Verbot für Sambia gelockert. Am vergangenen Freitag sollte Simbabwe folgen. Bis Trump die Sache erst mal stoppte. Eine endgültige Entscheidung will er in den kommenden Tagen treffen.

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Vielleicht hat sich Trump an einen schönen Kindheits-Nachmittag im Zoo erinnert, versucht sich die New York Times an einer plausiblen Erklärung für Trumps überraschenden Schritt. Oder hat er ein plötzliches Loyalitätsgefühl gegenüber dem Wappentier der Republikanischen Partei entwickelt, deren Chef er quasi ist?

Mitarbeitern aus dem Weißen Haus zufolge ist alles etwas einfacher: Der Präsident mag Elefanten, sagen sie. Er habe von der Entscheidung der untergeordneten Behörde nichts gewusst. Erst aus den Medien habe er davon erfahren. Und auch davon, dass er persönlich dafür verantwortlich gemacht werde, obwohl er doch gar nicht an der Entscheidung beteiligt gewesen sei.

Trump hält Jagd auf Elefanten für "Horror-Show"

Wie so oft nutzt Trump seinen Lieblingskanal Twitter für die entscheidenden Botschaften. Vergangenen Freitag schreibt er, er werde die neue Regel zunächst aussetzen. Am Sonntag legt er nach, er werde in der kommenden Woche eine Entscheidung fällen. Es werde aber sehr schwierig sein, ihn zu überzeugen, "dass diese Horror-Show in irgendeiner Weise gut für die Elefanten oder irgendein anderes Tier sein kann".

So argumentiert nämlich die Behörde, die Obamas Verbot aufheben wollte. Die Einfuhr der Trophäen wollte sie an strenge Bedingungen knüpfen. Die Jäger sollten viel Geld an Organisationen spenden, die den Schutz der Tiere vorantreiben. Millionen Dollar kämen so zusammen. Eine regulierte Jagd sei jedenfalls besser als Wilderei. Paul Babaz, Präsident des Jagdverbands "Safari Club International", sagte: "Ehrlich gesagt, wir haben da die Wissenschaft auf unserer Seite." Nun, selbst wenn dem so wäre: Sich im Streit mit Trump auf die Wissenschaft zu berufen, ist nie eine gute Strategie.

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Wer Trumps Medienkonsum kennt, der weiß, dass ihn am meisten beeindruckt haben dürfte, wie konservative Moderatoren gegen die Aufhebung des Verbots wetterten. Laura Ingraham von Trumps Lieblingssender Fox News sagte am Montag: "Die neuen Regeln sind absurd." Und fragte: "Wer in aller Welt würde so eine majestätische Kreatur erschießen?"

Nun, Trumps Söhne Eric und Donald Jr. zum Beispiel. Beide sind passionierte Großwildjäger. Im Netz kursieren Bilder, wie sie vor und hinter allem posieren, was die Savanne an möglichen Zielen hergibt. Ein Bild zeigt, wie Donald Jr. in der einen Hand den Schwanz eines getöteten Elefanten hält und in der anderen ein Messer. Hinter ihm im Bild sind die Beine des erlegten Elefanten zu sehen.

Andererseits ist die Frau von Eric Trump, Lara Trump, eine hörbare Stimme der Tierschutzbewegung. Das dürften interessante Gespräche sein, die Lara und Eric Trump am Frühstückstisch haben. Trump hat seinen Kindern die Jagd nie verboten. Sie aber auch nicht darin unterstützt. Mal abgesehen davon, dass sie ihm das Geld verdanken, das ihnen dieses exklusive Hobby ermöglicht.

Am Ende scheint Trump ein eher kindlich-verklärtes Verhältnis zu Elefanten zu haben. Dass es den Tieren in Gefangenschaft und schon gar in der Manege eines Wanderzirkus nicht gutgeht, dürfte längst Allgemeinwissen sein. Als aber der US-Großzirkus "Ringling Bros." Anfang 2016 auf Druck von Tierschützern seine Elefanten-Show einstellt, da twittert Trump betrübt: "@ringlingBros schickt seine Elefanten in den Ruhestand - der Zirkus wird nie mehr derselbe sein."

Trump sollte recht behalten. Ein Jahr später stellte der Zirkus seinen Betrieb ein - die Zuschauerzahlen waren nach dem Ende der populären Elefantenshows zu gering. Für die Elefanten war es trotzdem gut.

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