Bei Protesten von Tibetern in China sollen mehrere Menschen getötet worden sein. Die genauen Zahlen sind unklar. Die chinesische Regierung hat unterdessen den Zugang zu Wikipedia geöffnet.
Bei den jüngsten Protesten von Tibetern in China sind möglicherweise bis zu 15 Menschen getötet worden. Das meldete der von der US-Regierung finanzierte Sender Radio Free Asia am Samstag. Für die Zahl gibt es keine offizielle Bestätigung. Anrufe dazu bei Polizeistationen und Krankenhäusern in der betroffenen Region wurden laut Radio Free Asia nicht beantwortet.
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Die Londoner Gruppe Free Tibet Campaign hatte am Freitag mitgeteilt, bei Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten in einer autonomen tibetischen Region der Provinz Sichuan seien acht Menschen getötet worden. Die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua bestätigte in einer Meldung Proteste in Garze, schrieb aber nur von einem verletzten Polizisten.
Die Tibeter demonstrierten laut Free Tibet Campaign für die Freilassung von zwei inhaftierten Mönchen. Sie seien verhaftet worden, nachdem 3.000 paramilitärische Polizisten bei der Durchsuchung ihres Klosters Bilder vom Dalai Lama gefunden hätten.
Das in Indien beheimatete Tibetische Zentrum für Menschenrechte und Demokratie teilte am Samstag mit, im Landkreis Aba der Provinz Sichuan hätten Ende März zwei Mönche aus Protest gegen die chinesische Tibet-Politik Selbstmord begangen. Der Mönch Lobsang Jinpa vom Kloster Aba Kirti habe sich am 27. März das Leben genommen und eine Notiz hinterlassen, auf der stand: "Ich will nicht länger auch nur eine Minute unter chinesischer Unterdrückung leben."
Am 30. März habe sich im Kloster Aba Gomang der 75-jährige Mönch Legtsok umgebracht. Auch er habe zuvor gesagt, dass er die chinesische Unterdrückung nicht länger ertragen könne. Auch für diese Angaben gab es keine Bestätigung.
Zugang zu Wikipedia
Die amtlichen chinesischen Medien berichteten unterdessen, eine Million Chinesen hätten eine Petition unterschrieben, mit der gegen eine einseitige Berichterstattung in den westlichen Medien protestiert werden solle. Vor allen dem US-Fernsehsender CNN und der britischen BBC wurde vorgeworfen, "unwahr und verfälscht" über die Unruhen in Lhasa Mitte März berichtet zu haben.
Unterdessen hat China seinen Bürgern Zugang zur englischsprachigen Ausgabe des Online-Lexikons Wikipedia eingeräumt - allerdings nur teilweise. Zwar bestätigten Internet-Nutzer am Samstag in Peking und Shanghai, dass sie nun politisch weniger kontroverse Einträge wie den zu Johann Sebastian Bach aufrufen konnten. Bei Themen wie Tibet oder dem Platz des Himmlischen Friedens antworte der Browser jedoch mit einer Fehlermeldung.
Die kommunistische Regierung in Peking überwacht engmaschig das Internet und andere Medien. Die Wikipedia wird von Freiwilligen erstellt und ist kostenlos zugänglich. Die englische Version hat 2,3 Millionen Einträge, die deutsche etwa 730.000.
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(AP/Reuters/bavo/gdo)
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