Fünf Tage - es war, als sei er das erste Mal im Leben zu Hause. Bis die Chinesen ihn fanden und ins Gefängnis steckten, verhörten, fesselten, nach Waffen fragten und nach Hintermännern, weil sie nicht glauben konnten, dass es nur Sehnsucht war, die ihn hergetrieben hatte. "Da war ich also, in Tibet, meinem Traumland, und saß im Gefängnis. Es war ein Albtraum." Drei Monate haben sie ihn verhört, dann haben sie ihn rausgeworfen. "Ich werde wiederkommen", sagt er, dann geht er hinaus auf die Straße, wo sich die Menschen langsam bereitmachen für ihr tägliches Ritual.
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Jeden Abend, wenn die Sonne hinter den Hügeln verschwindet und die Kälte über die schneebedeckten Gipfel der Dhauladhar-Berge herunterzieht, gehen sie los. Es ist ein endloses Band, das sich vom Hauptplatz die enge Straße herunterwindet, vorbei an winzigen Telefonläden und Kiosken voller Keksen, an Reisebüros, Bettlern und Indien-Ramsch, Hunderte Menschen mit Kerzen in der Hand, ganz vorne Mönche und Nonnen in ihren roten Gewändern, die tibetische Flagge in der Hand, hinter ihnen der ganze Kosmos Dharamsalas: Mädchen in tibetischer Tracht, junge Männer mit wild gegeltem Haar, alte Frauen mit tropfenden Kerzen, die auf ihren runzligen Fingern weiße Wachsbahnen ziehen, und ein paar Ausländer mit beseeltem Blick.
Marsch für die Toten
Es ist ihr tägliches Ritual seit dem 10.März, der Marsch für die Toten, der Richtung Tempel zieht, Richtung Dalai Lama, umwabert von einem sich ständig wiederholenden Gesang, der mal lauter wird, dann wieder leiser. Die einen rufen es, die anderen flüstern es, das Bodhisattva-Gebet, in dem sie um Erleuchtung und das Ende aller Leiden der Menschen bitten. Die indischen Verkäufer stehen in den Eingängen ihrer Läden und schauen dem Zug teilnahmslos hinterher.
Manchmal umkreisen sie mit ihren Kerzen den Palast seiner Heiligkeit, manchmal gehen sie direkt zu dem Platz vor dem Tempel, wo sie eine Minute schweigen für die Opfer. Dann sprechen die jeweiligen Veranstalter, der tibetische Frauenverband, der tibetische Jugend-Kongress. Sie verurteilen die Repression durch die Chinesen, warnen vor der Vernichtung der tibetischen Kultur und des tibetischen Buddhismus, sagen, dass sie mittlerweile eine Minderheit im eigenen Land sind. Es ist ihr ewiges Mantra. Und hinten am Tor zum Palast des Dalai Lama stehen die Wachen und schauen sich durch die Gitterstäbe Filme an, die gezeigt werden.
Mal sind es Landschaften aus Tibet, unterlegt mit patriotischen Liedern. Dann die immer gleichen Aufnahmen aus Lhasa, die Demonstranten, die Mönche, das Militär, die Ausschreitungen vor den chinesischen Botschaften in Nepal, Indien und Österreich. Applaus, wenn die chinesische Flagge brennt. Gemurre, wenn Demonstranten von der Polizei weggezerrt werden.
Dann kommen flackernde Bilder aus dem alten Lhasa, der Potala-Palast noch nicht umringt von modernen, chinesischen Zweckbauten, Straßen voller Tibeter. Es ist totenstill. Und dann der Dalai Lama bei der Pressekonferenz in Delhi, wie er sagt, dass eine Einigung nur zwischen den Han-Chinesen und den Tibetern erfolgen kann, dass er zu seinem Mittelweg steht, auch wenn die Kritik immer lauter wird. Sein eigener älterer Bruder sei ja auch für die Unabhängigkeit, sagt er und kichert.
Es ist noch früh am Morgen, oben im Kloster rezitieren die Mönche noch immer ihre Gebete für die Toten, als Choedak Trotsik seinen Laptop aufklappt und herumblättert im Elend seines Volkes. Hunderte Bilder hat er im Computer gespeichert. Er hat das Foto eines Mädchens dabei, rote Bäckchen, blaue Trainingshose. Lhundrup Tso heißt sie, sie war 16 Jahre alt, als man ihr am 16. März bei einer Demonstration in Amdo Ngawa von hinten durch den Kopf schoss. Als er sie das letzte Mal sah, war sie noch ein Kind, sagt Choedak Trotsik, jetzt lebt sie nicht mehr, und er rennt mit seinem Mönchsgewand durch Dharamsala und verteilt das Foto seiner toten Cousine.
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UN-Tourismusorganisation
"Es ist tragisch, aber China spricht nicht von Tibet, sondern von mehreren chinesischen Provinzen."
Wieso ist das tragisch? Wir sprechen doch hier auch nicht von Bayern oder Schlesien sondern Polen und Deutschland, wenn wir über staatliche Ordnung sprechen. Bayern hat auch keinen Sitz bei der UN oder in der NATO. Ich finde das überhaupt nicht tragisch.
"Objektiv muß man anerkennen, dass China Tibet seit den 50er Jahren erfolgreich kolonisiert hat. Unter den chin. Mingkaisern wurde Tibet von Chinesischen Mönchen von staatswegen zum Buddhismus gebracht und zwar weil sie das vormals aggressive Bergvolk pazifizieren wollten."
Ihre beiden Sätze passen nicht zusammen. Ein Land, das man seit Jahrhunderten behrrscht kann man nicht kolonisieren, sodnern höchsten zurückgewinnen, wenn China ein Phase des Kontrollverlustes hatte durch den Opium-Krieg der Briten (mit hilfe tibetscher Verräter) und japanischer Besatzer.
Bayern hat auf Seiten der Österreicher auf dem Katholikentrip im 30-jährigen Krieg auch die anderen Deutschen protestantischer Herkunft verraten. Bei Religionseifereren ist das halt so. Sieht man ja auch bei den Taliban und den Mullahs. Aber in Zentraleuropa ist das lange vorbei. Deswegen werden auch Europäer keine Soldaten schicken, um am Dach der Welt wieder eine Theokratie zu reinstallieren, wie der undemokratische Dalai Lama das möchte.
Nicht nur im indischen Exil wächst die Wut. Sondern auch in deutschen. 27 Tibeter waren von der Polizei in München festgenommen worden.
"Einige von den Demonstranten, die gegen die Gewalt in Tibet protestierten, begannen dann jedoch, Farbparolen wie Stop killing in Tibet und Free Tibet an die Außenmauern zu schreiben. Sie verbrannten eine chinesische Staatsflagge und versuchten, die Vertretung zu stürmen. Einige der Chinesen in dem Konsulat wurden bei den Auseinandersetzungen leicht verletzt. Bei den folgenden Festnahmen kam es auch zu Handgreiflichkeiten gegenüber den Polizeibeamten. "
www.welt.de/muenchen/article1810344/26_Tibeter_bei_Protesten_festgenommen_.html
Wahrscheinlich droht Bayern jetzt ein Boykott bei den olympischen Spielen, weil die Tibeter bei der Ausübung von tibetischen Menschenrechten gehindert haben (Sachbeschädigung, Körperverletzung, Hausfriedensbruch - tibetischer Menschenrechtsdreiklang).
Wir können von Glück reden, dass unsere Schlesier im Exil nicht so wütend sind (bis auf dei, die nach der Gründung der BRD gekommen sind wie Henrik M. Broder). Aber schlesische Menscvhenrechte scheinen anderes zu sein als tibetische.
Schade eigentlich, dass die "demokratische" Presse nicht berichtet, was am 14.3.08 in Lhasa passiert ist. Ich hab immer ein ungutes Gefühl, wenn ich mich nur auf kommunistisches Bildmaterial oder den Polizeibericht aus Bayern verlassen muss.
Chinesische Propaganda f, die zeigt, wie chinesische Kommunisten sich als Tibeter und buddhistische Mönche verkleidet haben und Lhasa aufgemischt haben:
german.china.org.cn/china/2008-03/21/content_14115565.htm
Wahrscheinlich waren die wütenden "Tibeter" im chinesischen Genralkonsulat in München auch verkleidete bayerische Polizisten wie in Heiligenhaus als die Demonstranten auf Teufel komm raus nichjt gewalttätig werden wollte und die Bremer Polizei eigene gewlattätige Aktivisten einsetzen musste.
Schwach Deutschland. Kein Einfluss auf China...... Solchen Roll sollte die USA spielen, nicht Deutschland. Die Chinesen haben viel durch die deutschen Berichte gelernt. Vorher glaubten noch viele Chinesen, dass die deutsche Media sehr praktisch und ehrlich sind. Aber dieses mal...... Naja, die Media wird in jedem Land von der Regierung benutzt. Deutsche Media ist so 'Plaktisch' wie Ihre Grossbruder CNN
nicht so einfach . Narürlich nicht - man muss sie meist vertreiben, sonst wären sie nicht vertriebene. nicht so einfach . Gottchen: schon mal vom Begriff "Flüchtlinhg" gehört ? nicht so einfach . Und dann gibt es Kategorien von Menschen, die sind erst 1 Jahr alt und können nicht so einfach ihre Vertreibung vergessen - wie die Chefin des Bundes der vertriebenen. Oder eben 33 Jahre alt und sind vor 49 Jahren vertrieben.
Hören Sie doch mit dem Schmonzes auf. In Indien wird es sicherlich keinen Lastenausgleich gegeben haben, Aber es gibt kein Anrecht auf Wiedergutmachung eines Unrechts, das ein halbes Jahrhundert her ist, und bestimmt nicht per Krieg durchsetzbares. Kein Faustpfand? Muß ich wirklich die indisch-chinesische Geschite und ihre Kriege bemühen? Muß ich wirklich darauf hinweisen, dass Indien -übrigens im Ggs. zum iran - NICHT dei der IAEA mitmacht, dennoch Atomwaffen besitzt und dabei hftig von den USA unterstützt wird?
Was das heißt? Das heisst, dass die Menschen werden instrumentalisiert für andere Zwecke... das übliche im politischen Betrieb. Das Schicksal der Tibeter ist den Akteuren der Herstellung öffentlicher Meinung doch nicht wirklich wichtig. Es ist íhnen ähnlich wichtig wie den amerikanischen Truppen die Rechte afghanischer Frauen, für die angeblich dieser Feldzug geführt wird.
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