Das geistige Oberhaupt der Tibeter weist den Vorwurf aus Peking zurück, er nehme "Olympia als Geisel". Er unterstütze weiterhin, dass die Olympischen Spiele in der chinesischen Hauptstadt ausgetragen werden. Im Mai kommt der Dalai Lama für eine Woche nach Deutschland.

Der Dalai Lama hat die Vorwürfe der chinesischen Führung zurückgewiesen, die bevorstehenden Olympischen Spiele in Peking für das Streben nach einer Unabhängigkeit Tibets zu missbrauchen. "Ich habe es immer unterstützt, dass die Olympischen Spiele in China stattfinden", sagte er am Sonntag in der indischen Hauptstadt Neu Delhi.

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Der Dalai Lama (© Foto: Reuters)

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Das geistliche Oberhaupt der Tibeter hatte wiederholt Aufrufe zurückgewiesen, wegen des Vorgehens der chinesischen Sicherheitskräfte gegen Proteste in Tibet das Sportereignis in Peking zu boykottieren. China verdiene als bevölkerungsreichstes Land der Welt die Olympischen Spiele, betonte er dabei.

In einem am Sonntag in mehreren chinesischen Zeitungen veröffentlichten Leitartikel hatte es geheißen, die "Clique des Dalai Lama" wolle die Spiele als "Geisel" nehmen und Peking zum Nachgeben beim Thema "Unabhängigkeit Tibets" zwingen. Der Dalai Lama versicherte hingegen wiederholt, er strebe nach einer Autonomie Tibets, nicht nach einer Unabhängigkeit von China.

Veranstaltungen in Deutschland ausverkauft

Ungeachtet der Krise in Tibet will der Dalai Lama im Mai für eine Woche Deutschland besuchen. Der Aufenthalt sei weiterhin für den 14. bis 20. Mai geplant, sagte die Sprecherin der Tibet Initiative Deutschland, Ingeborg Schnetzer, am Sonntag der Nachrichtenagentur AP. "Wir hoffen natürlich, dass es dabei bleibt."

Vier Auftritte des geistlichen Oberhaupts der Tibeter in Bochum, Mönchengladbach, Nürnberg und Bamberg sind bereits ausverkauft. Alle 20.000 Karten dafür seien bereits vergriffen, sagte Schnetzer, deren Initiative den Besuch mitorganisiert.

Auf dem Reiseprogramm stünden außerdem Treffen mit Bundestagspräsident Norbert Lammert, dem Menschenrechtsbeauftragten der Bundesregierung, Günter Nooke, und den Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen und Hessen, Jürgen Rüttgers und Roland Koch.

Zu einem weiteren Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel wird es dagegen nach jetzigem Stand nicht kommen. Eine entsprechende Anfrage beim Kanzleramt sei mit dem Hinweis beantwortet worden, "dass die Bundeskanzlerin den Dalai Lama wieder empfangen will, aber nicht im Mai", sagte Schnetzer.

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(dpa/AP/AFP/mati)