Zeca Schall unterstützt die Thüringer CDU - Neonazis nutzen dessen Engagement für ihren Wahlkampf im Osten. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft.
Auf den Hauptstraßen der Vororte von Dresden scheinen sie fast allgegenwärtig zu sein: Mast an Mast hängen die NPD-Plakate rund um die sächsische Landeshauptstadt im Spalier.
"Ministerpräsident Dieter Althaus hat mir gesagt, dass mir nichts passieren wird und ich meine Arbeit fortsetzen soll": Zeca Schall - hier auf dem Marktplatz von Hildburghausen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt jetzt gegen die NPD. (© Foto: ddp)
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An ländlichen Bundesstraßen sind viele Alleebäume mit den rot-weißen Pappschildern tapeziert, auch in die Briefkästen der Bürger flattern allerorten Broschüren mit rechten Hetzparolen. Mit einem Großaufgebot an Werbematerial, zu dem allein in Sachsen 90.000 Plakate, zwei Millionen Wahlkampfzeitungen und mehr als eine Million Flugblätter zählen, versucht die NPD derzeit in den Landtagswahlkämpfen in Sachsen und Thüringen von sich reden zu machen.
Da werden Comics und CDs auf Schulhöfen verteilt, und wo immer sich Gelegenheit bietet, versuchen die Rechtsextremen zu provozieren - denn es geht ihnen vor allem um eines: Aufmerksamkeit, egal in welcher Form.
Entsprechend willkommen ist dem sächsischen NPD-Chef Holger Apfel auch die Auseinandersetzung, die jetzt um den farbigen CDU-Politiker Zeca Schall, Integrationsbeauftragter der Christidemokraten in Thüringen, entbrannt ist: "Herr Althaus hat uns eine Steilvorlage geliefert", frohlockte Apfel am Donnerstag.
"Das sichert uns Aufmerksamkeit"
Er sei sicher, dass die Debatte um Schall der "NPD in Thüringen nützen wird". Und die Auswirkungen "strahlen auch auf Sachsen aus", so Apfel. Selbst die in den vergangenen Tagen laut gewordene Kritik der Kirchen komme den Rechtsextremen gelegen: "Das sichert uns Aufmerksamkeit."
Das Bistum Görlitz unterstützt eine Bürgeraktion in der Neißestadt, mit der sich Bewohner gegen die fremdenfeindliche NPD-Propaganda zur Wehr setzen: "Görlitz denkt anders und sagt klar Nein zur NPD", heißt es auf einem Plakat, das ein Aktionskreis in Görlitz drucken ließ. Seit vergangener Woche werden die 400 Poster in der Stadt verteilt, die als Reaktion auf eine Plakataktion der NPD zu verstehen sind, mit der die Rechtsextremen mit Parolen wie "Polen-Invasion stoppen" in der ostsächsischen Grenzstadt auf Stimmenfang gehen.
Im Fall Zeca Schall hatte sich der Erfurter Weihbischof Reinhard Hauke zu Wort gemeldet: "Als Christ wünsche ich Ihnen Gottes Segen und Kraft". Die NPD hatte Schall, der auf Plakaten für die CDU wirbt, am Dienstag in einer Pressemitteilung als "CDU-Quotenneger" beschimpft. Am Mittwoch versuchten mehrere Rechtsextreme - unter ihnen Parteichef Udo Voigt - dann, den 45-Jährigen an seinem Wohnort Hildburghausen aufzusuchen.
Unter Polizeischutz
Nach den Übergriffen hat der gebürtige Angolaner, der zu DDR-Zeiten als Student nach Hildburghausen kam und dort heimisch wurde, Hunderte von Zuschriften aus dem In- und Ausland bekommen. Mittlerweile steht er unter Polizeischutz, während die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen die NPD eingeleitet hat.
Zuvor hatte der NPD-Wahlkampfleiter, der wegen Anstiftung zu einem Sprengstoffanschlag vorbestraft ist, angekündigt, dass Schall "zur Heimreise animiert" werden solle.
Dass Schall deutscher Staatsbürger ist, interessiert die NPD nicht. "Für uns gilt das Abstammungsprinzip", sagte Apfel, entsprechend betrachte er das "alte Staatsbürgerrecht" als bindend, nicht die rechtsgültige Fassung. Überhaupt fühlt sich die Partei offenbar nicht auf dem Boden des Grundgesetzes, Apfel sprach von der NPD als "systemoppositioneller Partei".
"Wir wollen den ländlichen Raum erobern"
Gleichwohl lassen die Parteiverantwortlichen ihre Druckschriften stets genauestens auf Rechtsprobleme prüfen. So bewege sich ein Comic in "strikt legalem Rahmen", das die Partei derzeit vor Berufsschulen und in Jugendzentren verteilt. Die Berufsschüler sind ein Hauptziel der NPD-Werbung, denn bei den jungen, daheimgebliebenen männlichen Ostbürgern, so hat Apfel festgestellt, "haben wir unser größtes Wählerreservoir".
Nach aktuellen Umfragen liegt die Partei in Sachsen und Thüringen bei etwa fünf Prozent. Das ist zwar weit weniger, als das ehrgeizige Wahlziel "10 plus x Prozent", das Apfel verkündet hatte. Doch der erinnert daran, dass die Rechtsextremen 2004 vor der Landtagswahl in Sachsen laut Umfragen bei vier Prozent lagen - später kamen sie auf 9,2 Prozent.
Inzwischen sitzen NPD-Leute in zahlreichen Stadt- und Gemeinderäten, in sächsischen Gerichten wirken sie als Schöffen. In einigen Dörfern der sächsischen Schweiz haben sie beinahe die Mehrheit der Bewohner hinter sich. Dort liegt denn auch der Schwerpunkt der NPD-Aktivitäten: "Wir wollen den ländlichen Raum erobern", sagt Apfel.
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(SZ vom 14.8.2009/plin)
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das Böse so nah ist...
Diesem Herren empfehle ich einfach in das CDU/CSU Archiv herunterzuklettern und vor allem die Reden des Herren Dräger's, Zimmermann's, Geißler's etc. als Lektüre zu zuführen... Dann wacht er vielleicht auf, in was für eine Partei der Geisteshaltung er sich eigentlich begeben hat... O.K. zwei dieser Herren haben das Zeitige gesegnet... Aber, die Grundgeisteshaltung dürfte weiter unter der Decke schlummern... Russen=Vergewltiger; Amerikaner=Liebhaber... Horizonterweiterung; Geisteränderung, daß Russen deutschland wiedervereinigt haben... und sogar damit CDU-Chanzler Helmut Buff war... Keine Erinnerung!?
Ferner bitte ich ihn, bei den Veranstalltungen der CDU/CSU-Nebenflügel, Vertriebenen zu erscheinen... Er wird brüllend bejubelt, garantiere ich ihm...
Absonderlich finde ich von diesem Herren, daß er sich bewußt oder unbewußt in den Werbedienst der CDU/CSU damit stellt, die in ihrem Grundgerüßt immer noch "Grichich-abendländische" Kultur zu tragen glaubt und dies sogar als Ausgrenzung benutzen zu müssen glaubt... Ich wünsche diesem Herren viel Spaß in seiner Grichisch-abendländischem Heimat... Sein Bier...
Wir bleiben Teutonisch-Liberal (Achtung niocht der Ast Westerwellen)...
Welch Geist in Thüringen breit vorherrscht zeigt die "Solidaritätsbekundung" des Erfurter Weihbischofs Reinhard Hauke:
"Ich freue mich über Ihr Engagement für unser Land Thüringen und über Ihre Unterstützung des Ministerpräsidenten Dieter Althaus. Sie sind bei uns herzlich willkommen." "Seien Sie versichert, dass die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger Thüringens Ihr Wirken in unserem Land unterstützt. Als Christ wünsche ich Ihnen Gottes Segen und Kraft" (Quelle: www.domradio.de/news/artikel_55852.html )
Mit dem Bezug "Ihr Wirken in unserem Land" beschreibt Hauke wohl anschaulich was gemeint ist. Schall ist zwar Deutscher, aber es ist noch lang nicht Schall's Land.
Sie veröffentlichen meinen Kommentar nicht, weil ich die braune Brut beim Namen genannt habe? Unfassbar! Warum zensieren Sie dann nicht das betreffende Wort, anstatt den ganzen Kommentar? So könnte noch der Eindruck entstehen ich hätte was rassistisches geschrieben, oder schlimmer noch, ich sei ein Rassist.
@untermStrich... leider wollen es viele menschen nicht sehen,aber eine tatsache die auch dem verfassungsschutz bekannt sein sollte: dieses braune gesoxe wird seit jahrzehten von den biedermännern aus dem westen unterstütz und zwar mit geld,juristischer beratung und vieles mehr... das ist der eigentliche skandal!
das hier der verfassungsschutz und die politik eine sehr unrühmliche rolle spielen, sei nur am rande erwähnt. schlimmer noch, politker wie althaus bereiten den nährboden für die geistig verwirrten......
armes deutschland, wie weit bist du mit der demokratie gekommen?
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