Ein Kommentar von C. Kohl

Es war eine schwierige Entscheidung, doch die Thüringer SPD folgte Christoph Matschie, da er ein erstaunliches Verhandlungsergebnis vorweisen konnte.

Es war eine schwierige Entscheidung für die SPD in Thüringen. Doch am Ende siegte die Vernunft. Mag es auf den ersten Blick auch noch so viele gemeinsame Schnittmengen zwischen den Programmen von SPD und Linkspartei in Thüringen geben, in den konkreten Einzelheiten türmten sich immer neue Hindernisse zwischen den Parteien auf.

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Die Abstimmung lief gut, weil Christoph Matschie ein erstaunliches Verhandlungsergebnis vorweisen konnte. (© Foto: AP)

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Nicht nur, dass die vermeintlichen Übereinstimmungen sich in den konkreten Details plötzlich nicht mehr recht finden ließen - etwa in der Schulpolitik. Auch die Chemie der handelnden Personen stimmte nicht. Und dies nicht nur zwischen SPD-Chef Matschie und dem Spitzenmann der Linkspartei, Bodo Ramelow, auch mit den Vertretern der Grünen sprang der Funke nicht über.

Im Video: Auf dem Parteitag der SPD wurde der Koalitionsvertrag nach kontroverser Debatte mit 75 Prozent der Stimmen angenommen. Bei der CDU fiel der Beschluss nach Angaben eines Fraktionssprechers einstimmig. Weitere Videos finden Sie hier

Daher ist verständlich, dass Matschie sich der CDU zuwandte, die mit der neuen Parteichefin Christine Lieberknecht eine konziliante und verlässliche Spitzenfrau präsentierte, die der SPD im Koalitionsvertrag starke Mitgestaltungsmöglichkeiten einräumte.

Die SPD-Delegierten folgten Matschie bei seinem Weg, da er ein erstaunliches Verhandlungsergebnis vorweisen konnte: Ob Schul- oder Familienpolitik, Aktivitäten gegen Rechtsradikalismus oder die Wiedereinführung der Stichwahl von Bürgermeistern - Maschie hat prima verhandelt.

Die eigene Partei wieder einen

Doch nun muss er all sein Verhandlungsgeschick aufwenden, um die eigene Partei wieder zu einen. Allzu schwer waren die Verletzungen, die sich Vertreter der Flügel in den letzten Tagen gegenseitig zugefügt hatten. Matschie muss nun auf seine Gegner zugehen, nicht nur verbal, sondern auch real. Er muss sie einbinden. Sonst droht der Partei eine dauerhafte innere Spaltung, die gefährlich werden könnte.

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(SZ vom 26.10.2009)