Nach elf Jahren Amtszeit will Bernhard Vogel (CDU) den Weg für einen Generationswechsel frei machen. Neuer Ministerpräsident soll Fraktionschef Dieter Althaus werden. Der 70 Jahre alte Vogel, der zuvor bereits rheinland-pfälzischer Ministerpräsident war, gilt als möglicher Unionskandidat für das Amt des Bundespräsidenten.

Vogel gab seinen Rücktritt auf dem Landesparteitag in Gera bekannt. Das Land müsse rechtzeitig vor der Landtagswahl 2004 erfahren, "dass mein Nachfolger es kann", sagte er. 97 Prozent der Delegierten sprachen sich für Althaus als Nachfolger aus.

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Der 70-jährige Vogel hatte bislang erklärt, bis 2004 im Amt bleiben zu wollen. Er will auch nach seinem Rückzug politisch aktiv bleiben. "Die Bundespartei kann weiter auf mich zählen", sagte Vogel.

Kandidat für Nachfolge Raus

Der Unionspolitiker wird auch als möglicher Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten gehandelt. "Vorerst nehme ich es noch mit vielen Jüngeren auf", sagte Vogel.

Der frühere rheinland-pfälzische Ministerpräsident (1976-1988) war 1992 nach Thüringen gekommen und hatte das neue Regierungsamt vom glücklosen Josef Duchac übernommen. "Ich habe versucht, meine Pflicht zu tun. Nicht mehr und nicht weniger", sagte Vogel.

Er traue sich zu, auch 2004 noch einmal die absolute Mehrheit wie 1999 zu holen. Für den Übergang gebe es jedoch eine Maxime: "Erst das Land, dann die Partei, dann die Person."

Vogel war bewegt, als er seinen Rückzug bekannt gab. Die rund 130 Parteimitglieder klatschten minutenlang Beifall. "Du bist ein Segen für das Land", sagte Vogels designierter Nachfolger, der 44-jährige Althaus. "Ich danke dir für dein Vertrauen."

Die SPD Thüringen warf ihm Wortbruch vor. Vogel habe mit dem Rückzug ein Wahlversprechen gebrochen, sagte Landesgeschäftsführer Frank Schulze. Die PDS-Fraktion im Landtag meinte, Thüringen brauche einen "neuen Kurs statt einen alten Wechsel".

Nachfolger Althaus will bisherigen Kurs fortsetzen

Seit Wochen rankten sich Gerüchte um den Zeitpunkt des Stabwechsels. Althaus, der Vogel Ende 2000 schon als Parteivorsitzender gefolgt war, möchte den bisherigen Kurs fortsetzen.

"Die Weichen sind so gestellt, dass die Richtung beibehalten werden kann", sagte er. "Wir sichern im nächsten Jahr wieder die absolute Mehrheit." Vogel kündigte an, er werde seinem Nachfolger nicht reinreden, aber Rat geben, wenn er gefragt werde.

Merkel: Vogel hat Thüringen selbstbewusst gemacht

CDU-Chefin Angela Merkel hat der Rückzugs-Entscheidung von Thüringens Ministerpräsident Bernhard Vogel (CDU) Respekt gezollt. Mit dem vorzeitigen Stabwechsel zu Fraktionschef Dieter Althaus erleichtere er den Generationswechsel, teilte Merkel am Samstag mit.

"Bernhard Vogel hat mit großen persönlichem Einsatz und mit seiner enormen politischen Erfahrung Thüringen zu einem selbstbewussten Freistaat gemacht." Für diese "großartige Leistung" gebühre ihm Dank.

(sueddeutsche.de/dpa)

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