Dieter Althaus gilt als die große Überraschung. Die geschickt inszenierte Medien-Präsenz des jungen Thüringer Ministerpräsidenten übertrifft alle Erwartungen.
Selbst seine Parteifreunde hatten befürchtet, dass Thüringen nach dem Rücktritt von Bernhard Vogel nur noch selten auf Bundesebene beachtet würde. Inzwischen hat Althaus sichtlich Gefallen am öffentlichen Auftritt gefunden und lässt kaum eine bundespolitische Kontroverse unkommentiert.
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Offen bleibt, ob ihm das bei der Wahl am 13. Juni hilft. Denn bisher hat der Strahlemann aus dem Eichsfeld den Umfragen zufolge keine klare Mehrheit. Seine Union lag zuletzt in Umfragen zwar mit 44 Prozent deutlich vorn. Aber die absolute Mehrheit, die Vogel 1999 errang, ist in Gefahr.
Das Abschneiden der SPD, die vom Staatssekretär im Bundesforschungsministerium Christoph Matschie geführt wird, hängt sehr stark vom Ansehen der Bundes-SPD ab. Nicht auszuschließen wäre - neben der eher wahrscheinlichen Wiederauflage einer großen Koalition wie zwischen 1994 und 1999 - ein rot-rotes Bündnis. Er sehe die PDS nicht als verlässlichen Partner, sagt zwar Matschie - und doch bleibt die Option offen.
Zuletzt brachte die SPD es auf 18,5, die PDS auf 21,4 Prozent. Thüringens Sozialisten unter dem umtriebigen Spitzenkandidaten Bodo Ramelow wollen sich mit heftigen Attacken auf die SPD wegen deren Berliner Politik profilieren und erklären dennoch den Regierungswechsel zum Ziel. Wiewohl Thüringen neben Sachsen zu den erfolgreicheren Ost-Ländern gehört, werfen beide Oppositionsparteien der Union verfehlte Wirtschaftspolitik vor.
Den Umfragen zufolge könnten auch die Grünen den Einzug in den Landtag erreichen. Für die Freidemokraten, die seit Jahren mit internem Streit von sich reden machen, wird die Wahl am 13.Juni zur Nagelprobe. Nach ihrem Wahlerfolg in Sachsen-Anhalt (13,3 Prozent) muss die FDP unter Beweis stellen, dass ihr die Wiedergeburt in den neuen Ländern gelungen ist. jsc
(SZ vom 31.1.2004)
Bundespräsident Gauck