Von Annette Ramelsberger

Nach den Sprengstoff-Funden an Bahnhöfen in Dortmund und Koblenz finden Ermittler in einem der beiden Koffer eine verdächtige Plastiktüte.

Die bisherigen Ermittlungen nach den beiden Bombenfunden von Dortmund und Koblenz nähren den Verdacht, dass es sich doch um versuchte Terroranschläge gehandelt haben könnte.

Mit Flugblättern such die Polizei am Dortmunder Hauptbahnhof nach Zeugen. (© Foto: ddp)

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Wie die Süddeutsche Zeitung erfuhr, wurde in einem der Sprengstoffkoffer eine Plastiktüte mit Aufdrucken in arabischen Schriftzeichen entdeckt. Ersten Erkenntnissen der Ermittler zufolge stammt die Tüte aus Libanons Hauptstadt Beirut.

Der Sprecher der Generalbundesanwältin, Ullrich Schultheis, wollte sich zu diesen Informationen nicht äußern.

"Zu einzelnen Ermittlungsergebnissen geben wir grundsätzlich keine Auskunft", sagte er. Allerdings wies die Bundesanwaltschaft Berichte zurück, nach denen ein terroristischer Hintergrund eher unwahrscheinlich sei und erklärte, sie ermittle weiter in alle Richtungen.

Sicherheitskreise bestätigten, dass die Informationen der SZ zutreffen. Die Bomben waren Anfang der Woche in Nahverkehrszügen in Dortmund und Koblenz entdeckt worden.

Mittlerweile haben sich Hinweise verdichtet, wonach die Bomben grundsätzlich scharf und zündfähig waren. Allerdings hätten sie zu viel Gas enthalten, sodass eine Zündung fehlschlug, berichten Ermittler.

Unklar ist den Fahndern, wie der Fund der Plastiktüte einzuschätzen ist. Terroristen, die auf ihre Forderungen aufmerksam machen wollen, tun das normalerweise nicht nebenher, indem sie eine Plastiktüte liegen lassen, sondern setzen ein unmissverständliches Zeichen.

Außerdem wäre die Tüte bei der Detonation der Bombe vermutlich bis zur Unkenntlichkeit verbrannt, berichten Experten.

Deshalb berücksichtigen die Ermittler auch die Möglichkeit, dass die Täter eine falsche Spur legen wollten, die in den Nahen Osten führt.

Bei der Polizei in Dortmund gingen mittlerweile 47 Hinweise zu den Sprengsätzen ein. Zum Inhalt der Anrufe machte die federführende Bundesanwaltschaft keine Angaben.

Staatsanwalt Schultheis wollte auch Mutmaßungen nicht kommentieren, wonach Köln Ausgangspunkt der Taten sein könnte.

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