Terrornetzwerk Al-Qaida gründet Ableger für den indischen Subkontinent

Aiman al-Sawahiri (Archiv): Eine neue Organisation mit dem Namen "Kaidat al-Dschihad" soll in Myanmar, Bangladesch und Teilen von Indien ein "Kalifat" errichten

(Foto: AFP)

Die Terrororganisation al-Qaida will ihre Macht ausbauen. In einem Video kündigt al-Sawahiri, Anführer des Netzwerks, eine Einheit für Südasien an.

  • Das Terrornetzwerks al-Qaida hat einen Ableger für den indischen Subkontinent gegründet. Das gibt der Anführer der Gruppe al-Sawahiri in einem Video bekannt.
  • Die neue Organisation mit dem Namen "Kaidat al-Dschihad" soll in Myanmar, Bangladesch und Teilen von Indien ein "Kalifat" errichten.
  • Mit diesem Schritt positioniert sich al-Qaida gegenüber der konkurrierenden Terrormiliz Islamischer Staat.

Al-Qaida gründet Ableger für indischen Subkontinent

Aiman al-Sawahiri, der Führer von al-Qaida, hat die Gründung eines neuen Ablegers des Terrornetzwerks auf dem indischen Subkontinent bekanntgegeben. Ziel sei die Errichtung eines "Kalifats" in Myanmar, Bangladesch und Teilen von Indien, sagt al-Sawahiri in einem am Mittwoch verbreiteten Video. Das berichtet das US-Unternehmen Site, das auf die Überwachung islamistischer Webseiten spezialisiert ist.

Die Organisation mit dem Namen "Kaidat al-Dschihad" solle die "künstlichen Grenzen" zwischen den muslimischen Bevölkerungen in der Region durchbrechen. "Diese Einheit wurde nicht erst heute aufgestellt, sondern ist das Ergebnis der gesegneten Bemühungen von mehr als zwei Jahren, um die Mudschaheddin auf dem indischen Subkontinent in einer einzigen Einheit zu versammeln," sagt al-Sawahiri.

Der Al-Qaida-Führer ruft die muslimische Gemeinschaft auf, den Kampf gegen die Feinde aufzunehmen. Als Anführer des neuen Ablegers wurde demnach ein pakistanischer Islamist namens Asim Umar bestimmt. Wie schlagkräftig die neue Einheit des Islamistennetzwerks tatsächlich ist, ist unklar.

Affront gegenüber der konkurrierenden Terrormiliz Islamischer Staat

Al-Qaidas Botschaft kann als Brüskierung der konkurrierenden Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) aufgefasst werden, die große Gebiete im Irak und in Syrien erobert hat. IS-Anführer Abu Bakr al-Bagdadi bezeichnet sich selbst als Kalif und fordert Gefolgschaft von allen Muslimen. Al-Qaida hatte sich vom IS distanziert, zu brutal und erbarmungslos sei das Vorgehen der Dschihadistengruppe.

Terrorismusexperten zufolge hat al-Qaida Probleme, neue Kämpfer zu rekrutieren. IS dagegen schaffte es, massenweise junge Gefolgsleute zu mobilisieren.

Al-Qaida - Terrornetzwerk in der Defensive

Seit ihrer Gründung Ende der 1980er Jahre verübte al-Qaida zahlreiche Terroranschläge. Das Islamistennetzwerk führte insbesondere am 11. September 2001 die Attacken mit Passagierflugzeugen auf das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington aus, bei denen fast 3000 Menschen getötet wurden.

In den vergangenen Jahren wurde die Führungsriege des Terrornetzwerks im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet allerdings durch US-Drohnenangriffe deutlich dezimiert. Im Mai 2011 erschoss eine US-Spezialeinheit den Al-Qaida-Gründer Osama bin Laden in seinem Versteck im pakistanischen Abbottabad. Von diesen Rückschlägen konnte sich die Organisation bisher nicht erholen.