Terrorismus USA erwägen Einsatz gegen IS in Libyen

US-Präsident Obama erwägt einen Einsatz gegen den IS in Libyen.

(Foto: REUTERS)
  • Bei einem Treffen mit dem nationalen Sicherheitsrat hat US-Präsident Barack Obama einen möglichen Einsatz gegen die Terrormiliz IS in Libyen erörtert.
  • Verteidigungsminister Ashton Carter sagte, man halte sich "alle Optionen offen" - auch militärische.
  • Der IS kontrolliert in dem Bürgerkriegsland einen Küstenstreifen und rekrutiert nach US-Angaben verstärkt Kämpfer.

Die US-Regierung fasst ein verstärktes Vorgehen gegen die Terrormiliz Islamischer Staat in Libyen und anderen Ländern ins Auge. Bei einer Besprechung mit dem nationalen Sicherheitsrat habe Obama Maßnahmen erörtert, wie der IS weiter geschwächt und schließlich vernichtet werden könne. Das teilte das Weiße Haus am Donnerstag mit. Die USA würden die Terrormiliz überall bekämpfen, wo es notwendig sei, betonte der Präsident.

Noch deutlicher äußerte sich Verteidigungsminister Ashton Carter. Er erklärte am Donnerstag, die USA würden sich weiterhin darauf konzentrieren, der Terrormiliz eine dauerhafte Niederlage beizubringen. In Libyen versuche der IS, seinen "Fußabdruck" zu verfestigen. Er schaffe Trainingslager für seine Anhänger und begrüße ausländische Kämpfer, wie es es zuvor in Syrien und im Irak getan habe.

"Militärische und eine Vielzahl anderer Optionen"

Auch die Wirtschaft versuche der IS in ihren Griff zu bekommen, sogar Steuern wolle er erheben. Die USA wollten nicht, dass sich die Lage dort so entwickle wie in Syrien und im Irak. Pentagonsprecher Peter Cook erklärte, die USA prüften "militärische und eine Vielzahl anderer Optionen."

Der IS kontrolliert einen zentralen Küstenstreifen in Libyen. Zuletzt hat er die Verantwortung für Anschläge mit vielen Toten übernommen und versucht, große Ölhäfen in seine Gewalt zu bringen.

Seit dem Sturz von Langzeitherrscher Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 herrscht in Libyen Bürgerkrieg. Zahlreiche bewaffnete Gruppen kämpfen gegen einander. Zwei konkurrierende Regierungen beanspruchen die Führung des Landes für sich - die international anerkannte Regierung im ostlibyschen Tobruk und eine von Islamisten dominierte in Tripolis.