Hetze gegen Juden, Verherrlichung des 11. Septembers und wilde Drohungen: Im Internet ist ein neues Video von Islamisten aufgetaucht. Ermittler sehen einen Zusammenhang mit dem heute beginnenden Prozess gegen die "Sauerland-Gruppe".

Im Internet ist nach einem Bericht der Bild-Zeitung ein neues Terror-Video mit Deutschlandbezug aufgetaucht.

Drohungen und Hetze gegen Juden und Deutschland: Szene aus dem neuesten Islamisten-Video. Größere Sequenzen sind bei bild.de zu sehen, von deren Homepage dieser Screenshot stammt. (© Screenshot: sueddeutsche.de)

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Wie das Blatt berichtet, hetzt ein "Komander Mohammad" darin gegen Deutsche und Juden. Er nennt die Bundesregierung eine "verbrecherische Regierung", deren "Großvater Hitler" die Juden getötet habe.

In dem vor knapp zwei Wochen vom Verfassungsschutz auf einer usbekischen Internetseite entdeckten Video tritt auch ein den Sicherheitsbehörden bekannter Islamist marokkanischer Abstammung aus Bonn in Erscheinung. Er nennt sich "Abu Ibraheem aus Deutschland" und verherrlicht die Anschläge vom 11. September.

Einige seiner wirren Passagen hält der Islamist in deutscher Sprache. "Die beste Zeit unseres Lebens ist, wenn die Bomben auf unsere Köpfe fallen", sagt der junge Mann unter anderem.

In Anspielung auf den Afghanistan-Einsatz sagt er auf Arabisch weiter, heute würden "ihre Söhne im Dienste der Juden"" stehen. Eingeblendet seien Szenen von den Anschlägen am 11. September 2001 in New York.

Urheber dieser dritten Videobotschaft mit Deutschlandbezug in diesem Jahr ist nach Angaben der Zeitung erneut die "Islamische Bewegung Usbekistan" (IBU), die dem Terrornetzwerk al-Qaida nahe stehe.

Verfassungsschutz beunruhigt wegen Ausreise von Islamisten

Nach Informationen des Blattes werten die Sicherheitsbehörden dieses Video als Aufruf an radikale Islamisten vor allem unter den in Deutschland lebenden Türken und die rund 70 in Deutschland vermuteten Gefährder, sich durch den heute beginnenden Prozess gegen vier mutmaßliche Terroristen in Düsseldorf nicht entmutigen zu lassen. Es sei davon auszugehen, dass weiterhin Vorbereitungen für einen Anschlag in Deutschland laufen würden.

In Düsseldorf beginnt heute unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen der größte Terror-Prozess der vergangenen Jahre in Deutschland. Vor dem Oberlandesgericht müssen sich vier mutmaßliche Terroristen der Islamischen Dschihad Union verantworten. Sie sollen verheerende Anschläge mit Autobomben in deutschen Großstädten geplant haben.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz zeigt sich derweil beunruhigt über die zunehmende Ausreise militanter Islamisten aus Deutschland. Es sei zu befürchten, dass die Betroffenen in Terrorcamps gereist seien oder Anschluss an kämpferische Auseinandersetzungen suchten, heißt es in einer Stellungnahme für den Bundestags-Rechtsausschuss, die der Braunschweiger Zeitung vorliegt. Es sei nicht auszuschließen, dass Anschläge gegen deutsche Interessen im Ausland geplant würden.

Mehreren Personen sei in letzter Zeit der Pass entzogen worden, um ihre Ausreise zu verhindern. Anfang April sei einem libanesischen Staatsbürger in Frankfurt/Main die Ausreise nach Afghanistan, Pakistan sowie in den Iran und die Türkei verboten worden, weil der Mann offenbar ein terroristisches Ausbildungslager besuchen oder sich am Dschihad (Heiligen Krieg) beteiligten wollte. Es bestehe "erhebliches Gefährdungspotenzial für deutsche oder amerikanische Streitkräfte".

Anlass der Stellungnahme des Verfassungsschutzes ist eine Anhörung im Bundestag zu den Plänen der Bundesregierung, unter anderem die Ausbildung in einem Terrorcamp unter Strafe zu stellen.

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(dpa/AFP/odg)