Terrorismus IS halbiert angeblich den Lohn seiner Kämpfer

  • Die Terrormiliz IS hat offenbar die Gehälter ihrer Kämpfer um die Hälfte reduziert.
  • Möglicherweise ist die Kürzung eine Reaktion auf die verstärkten Angriffe auf die Finanzstruktur der Terroristen.
Von Christoph Meyer

IS begründet Kürzungen mit "außergewöhnlichen Umständen"

Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat hat offenbar die Gehälter ihrer Anhänger um die Hälfte gekürzt. Das geht aus einem Dokument hervor, das die Terrororganisation im November oder Dezember im syrischen Raqqa veröffentlichte. Darin ist zu lesen, dass aufgrund "außergewöhnlicher Umstände" die Gehälter aller "Mudschahedin" um die Hälfte reduziert werden. Ausnahmen davon soll es demnach keine geben.

Das Dokument wurde von dem IS-Experten Aymenn Al-Tamimi veröffentlicht und übersetzt. Ob das Dokument echt ist, kann nicht verifiziert werden. In dem halbseitigen Schreiben werden die IS-Anhänger mit Verweis auf die finanzielle Opferbereitschaft der Prophetengefährten zu einem "Dschihad des Geldes" aufgerufen.

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Möglicherweise Folge von Luftangriffen

Die Angaben decken sich mit Berichten der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte über zunehmende Unzufriedenheit bei IS-Anhängern in Raqqa wegen sinkender Gehälter. Dort heißt es allerdings, die IS-Führung wolle die Zahlungen an ausländische Kämpfer auf Kosten von einheimischen Mitstreitern erhöhen.

Nach den Terroranschlägen von IS-Mitgliedern in Paris im November vergangenen Jahres mit 130 Toten erhöhten die USA die Zahl ihrer Luftschläge auf die Terrormiliz und kündigten an, verstärkt die Finanzquellen der Organisation ins Visier zu nehmen. Auch die französische Luftwaffe flog verstärkt Angriffe auf die Terroristenhochburg Raqqa. Möglicherweise sind die Gehaltskürzungen ein Zeichen dafür, dass diese Strategie aufgeht.

IS-Experte Al-Tamimi geht dem Newsblog Vocativ zufolge davon aus, dass IS-Kämpfer vor den Kürzungen mehrere Hundert US-Dollar monatlich erhalten haben.

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