Nach den Internet-Drohungen gegen Deutschland schätzt das Bundeskriminalamt die Terrorgefahr laut einem Zeitungsbericht so hoch wie seit Jahren nicht mehr ein.
Das Bundeskriminalamt (BKA) empfiehlt der Bundesregierung die Gefährdungseinschätzung für Deutschland heraufzusetzen, das berichtet die Financial Times Deutschland.
Anzeige
Aus Sicht des BKA habe sich der Gefährdungsabstand zu den USA, Großbritannien und Israel drastisch verringert. Das am Wochenende im Internet aufgetauchte Drohvideo müsse nach Auffassung der BKA- Experten als konkrete Warnung des Terrornetzwerks al-Qaida an Deutschland aufgefasst werden. Auch vor dem verheerenden Attentat in Madrid vor rund drei Jahren habe es eine Drohung gegen Spanien gegeben.
Allerdings seien konkrete Anschlagspläne von Islamisten dem BKA nicht bekannt. Eine BKA-Sprecherin wollte sich zu dem Bericht am Mittwochabend nicht äußern und verwies auf das Bundesinnenministerium.
Dort dementierte ein Ministeriumssprecher Berichte einer bestehenden BKA-Empfehlung. Diese gebe es nicht, auch keine konkreten Hinweise auf drohende Anschläge.
In einem von zwei am Wochenende veröffentlichten Videos hatten Islamisten in einem "Stimme des Kalifats Kanal" genannten Internetforum den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan gefordert und anderenfalls mit Anschlägen gedroht.
Auch die Geiselnehmer zweier Deutscher im Irak hatten in einem anderen Video einen deutschen Abzug aus Afghanistan verlangt. Regierungssprecher Ulrich Wilhelm sagte daraufhin am Montag, die Video-Botschaften würden ernst genommen.
Aber die Experten gingen lediglich von einer "erhöhten abstrakten Gefährdung" aus. Ein Sprecher des Innenministeriums hatte gesagt, die Bundesrepublik sei nicht erst seit gestern "Teil eines weltweiten Gefahrenraumes". Die Regierung sei darauf eingestellt.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
(sueddeutsche.de/dpa)
Obama zeichnet Bob Dylan aus
Kommentar schreiben
Bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel zu kommentieren, bestehende Kommentare zu bewerten und bei neuen Kommentaren per E-Mail benachrichtigt zu werden.