Solange man die Fundamentalisten von der allgemeinen Bevölkerung nicht trennen kann - mit anderen Worten: solange man der Bevölkerung keine Hoffnung gibt -, wird auch die unverzichtbare gezielte Bekämpfung der Fanatiker nicht enden, so lange wird man das Problem nicht lösen können.

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Avi Primor war von 1993 bis 1999 Israels Botschafter in Deutschland. Vor kurzem erschien im Droste-Verlag sein Buch "Mit dem Islam gegen den Terror". (© Foto: dpa)

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Im Jahr 1947 gewannen die Amerikaner den Eindruck, dass Westeuropa begonnen hatte, in Richtung Kommunismus und Stalinismus zu treiben. Selbst die Deutschen liefen trotz ihrer großen Angst vor den Russen und ihrem Hass auf den Kommunismus Gefahr, in Richtung Moskau umzukippen. Das materielle Elend der Europäer war nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges noch gravierender als während des Krieges.

Das galt insbesondere für die Deutschen. Im Jahr 1947, einem Jahr der Kälte und des Hungers, begannen die Deutschen, das Ausmaß ihrer Katastrophe zur Kenntnis zu nehmen. Bis dahin waren sie teilweise noch von der Niederlage betäubt. Überall herrschte Hoffnungslosigkeit. Am 12. Juli 1947 wurde in Paris die erste Marshallplan-Konferenz eröffnet. Der Marshallplan beseitigte nicht sofort das Elend.

Es dauerte Jahre, bis er die Lebensbedingungen der Europäer grundsätzlich verbessern konnte. Aber schon 1947 kam in den Köpfen der Menschen die Wende. Sobald die Leute neue Hoffnung erhielten und an eine bessere Zukunft glauben konnten, glänzte Moskau nicht mehr.

Einen Marshallplan für die islamische Welt? Wer kann sich so etwas leisten? Der Marshallplan in Europa kostete die Amerikaner damals ein Prozent ihres jährlichen Bruttosozialprodukts. Heute würde ein Prozent des kumulierten Bruttosozialprodukts der USA, der EU-Staaten, reicher Länder wie Kanada, Japan, aber auch der ölreichen pro-amerikanischen arabischen Länder zwei Billionen Dollar (das sind 2000 Milliarden) im Jahr betragen.

Mit einer solchen Summe, verwaltet von einem vernünftigen internationalen Gremium, kann man in den islamischen Ländern eine Wende herbeiführen. Erst dann werden die Massen der Moslems den Fanatikern den Rücken kehren, und der Kampf gegen den fundamentalistischen Terror wird eine Chance haben.

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  1. Zwei Billionen Dollar würden reichen
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(SZ vom 04.12.2008/aho)