Zwei Bomben sind nahezu zeitgleich in Nobelhotels in Jakarta explodiert. Unter den Toten und Verletzten sind auch Ausländer. Ein dritter Sprengsatz wurde entschärft.

Bei Bombenanschlägen auf zwei Luxushotels in der indonesischen Hauptstadt Jakarta sind mindestens neun Menschen getötet und mindestens 42 verletzt worden. Die Sprengsätze detonierten am Freitagmorgen im Ritz-Carlton und im benachbarten Marriott.

Bild vergrößern

Polizisten untersuchen das Ritz-Carlton in Jakarta nach der Explosion. (© Foto: dpa)

Anzeige

Die Bomben waren am Morgen gegen 8.00 Uhr Ortszeit (3.00 Uhr MESZ) in den Hotels im noblen Geschäftsviertel Kuningan in Jakarta explodiert. Die Detonationen erfolgten nahezu zeitgleich. Über dem Viertel hing anschließend eine dichte Rauchwolke.

Unter den Toten ist mindestens eine Person aus Neuseeland, und der Chef der indonesischen Tochter eines Schweizer Zementherstellers. Mindestens 13 weitere Ausländer wurden verletzt. Ob Deutsche darunter sind, war zunächst unklar.

Die Fassade des Ritz wurde von der Wucht der Detonation weggerissen, mehrere Fenster gingen zu Bruch. Die Straße vor den Hotels war von Trümmern und Glassplittern übersät. Ein Wachmann sagte, er habe zwei Detonationen gehört, dann seien Menschen aus dem Gebäude gerannt.

Auf der Straße vor dem Marriott waren Blutflecken zu sehen, in einem Restaurant am Ritz-Carlton waren die Fensterscheiben zersprungen. Die Fassade des Marriott schien von Außen dagegen nicht stark beschädigt zu sein.

Nach unbestätigten Berichten wurden Leichen gefunden, die auf einen Selbstmordanschlag hindeuten.

Dritte Bombe kontrolliert zerstört

Gegen ein Selbstmordattentat spricht allerdings, dass Sicherheitskräfte wenige Stunden nach den Explosionen einen weiteren Sprengsatz im Marriott-Hotel entdeckt haben. Experten hätten die nicht explodierte Bombe kontrolliert zerstört, sagte Präsidentenberater Dschali Jusuf.

Eine weitere Explosion wurde laut Polizei nicht durch eine Bombe, sondern durch eine kaputte Autobatterie ausgelöst. Dabei sei ein Insasse des zerstörten Kleinlasters ums Leben gekommen. Der Fernsehsender TV One hatte zuvor unter Berufung auf die Polizei berichtet, dass in dem Viertel Muara Angke im Norden der Hauptstadt eine Autobombe hochgegangen sei.

Australien warnt vor Reisen

Indonesiens Präsident Susilo Bambang Yudhoyono zeigte sich "tiefbesorgt" über die Vorfälle, wie sein Sprecher mitteilte.

Es ist nicht der erste Anschlag auf Hotels in Jakarta: Bereits 2003 waren bei einem Bombenattentat auf das Marriott-Hotel zwölf Menschen ums Leben gekommen.

Für den Anschlag wurde die radikalislamische Bewegung Jemaah Islamiyah verantwortlich gemacht, der enge Verbindungen zum Terrornetzwerk al-Qaida nachgesagt werden.

Die australische Regierung warnt ihre Landsleute nach den Bombenanschlägen in Jakarta vor Reisen nach Indonesien. "Wir raten, wegen der sehr hohen Gefahr von Terroranschlägen, zu überlegen, ob Reisen nach Indonesien, auch nach Bali, jetzt nötig sind" hieß auf der Webseite des Außenministeriums.

Die Insel Bali ist ein beliebtes Urlaubsziel für Australier. 2004 war auf die australische Botschaft in Jakarta ein Anschlag verübt worden, bei dem neun Menschen getötet wurden. Die Jemaah Islamiyah soll auch für die Anschläge auf Diskotheken auf Bali verantwortlich sein, bei denen 2002 mehr als 200 Menschen starben, darunter 88 Australier.

Leser empfehlen 
Lesetipp aus der aktuellen SZ: Richter gegen Richter

Zoff im Bundesgerichtshof: Eine Personalie führt zu heftigen Verwerfungen – die Akte Karlsruhe. Seite Drei Jetzt lesen ...

(AFP/AP/Reuters/jab/odg)