Terrorgruppe Abu Sayyaf Deutsche Geiseln auf den Philippinen freigelassen

  • Zwei deutsche Geiseln sind auf den Philippinen wieder freigekommen; sie waren vor sechs Monaten während einer Segeltour gekidnappt worden.
  • Ein Sprecher der islamistischen Terrorgruppe Abu Sayyaf verkündete in einem lokalen Radiosender, Lösegeld erhalten zu haben.
  • Das Auswärtige Amt hatte einen Krisenbeauftragten aus Berlin auf die Philippinen entsandt.

Zwei Deutsche in Sicherheit

Zwei auf den Philippinen entführte Deutsche sind frei. Das bestätigte das Auswärtige Amt. Die 55 Jahre alte Deutsche und ihr 72-jähriger Lebensgefährte sind einem Sprecher der örtlichen Polizei zufolge in der Stadt Patikul auf der Insel Jolo in Empfang genommen worden.

Zuvor hatte ein Sprecher der islamistischen Terrorgruppe Abu Sayyaf in einem lokalen Radiosender verkündet, die Geiseln seien gegen die Zahlung von Lösegeld freigelassen worden. Ob tatsächlich Geld geflossen ist, war zunächst unklar.

Am Donnerstagabend war ein Krisenbeauftragter aus Berlin vor Ort eingetroffen, wie das Auswärtige Amt bestätigte. Offiziell hatte die Regierung aber nicht mit den Entführern verhandeln wollen.

Die beiden Deutschen waren vor sechs Monaten während einer Segeltour gekidnappt worden. Die Islamisten hatten umgerechnet etwa 4,3 Millionen Euro Lösegeld gefordert. Außerdem sollte Deutschland seine Unterstützung der von den USA geführten Militärkampagne gegen die radikale Miliz "Islamischer Staat" im Irak und in Syrien beenden.

Manila entsandte Truppen

Für eine Freilassung der Deutschen hatte sich auch die Regierung in Manila eingesetzt. Das philippinische Militär verlegte mehr als 3000 Soldaten auf die Insel Jolo. Zunächst war unklar, ob die Streitkräfte zur Rettung der Deutschen auch eingriffen.

Die Gruppe Abu Sayyaf erlangte mehrfach mit Entführungen westlicher Ausländer Aufmerksamkeit. Im April 2000 verschleppte die Gruppe mehrere Touristen von der malaysischen Insel Sipadan, darunter auch ein deutsches Ehepaar und deren Sohn.