Das sogenannte Terrorcamp-Gesetz verfolgt angebliche Täter, ohne dass es eine Straftat gibt. Gäbe es den Straftatbestand der Missachtung der Gerichte, dann wäre er mit diesem Gesetz verwirklicht.
Bisher war Sinn und Zweck des Strafrechts die Bestrafung des Straftäters. Was sonst. Aber das so Selbstverständliche gilt nicht mehr, wenn es um Terrorbekämpfung geht.
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Der Bundestag hat in erster Lesung ein Gesetz verhandelt, das nicht mehr zur Bestrafung, sondern nur zur Verfolgung taugt, ja nur diese bezweckt: Der Gesetzgeber weiß, dass es zu einer Bestrafung der angeblich gefährlichen Person nach dem neuen Gesetz nicht kommen wird; aber das ist ihm ziemlich egal.
Die Hauptsache ist, dass der Staat ermitteln, belauschen und Computer durchsuchen darf. Die Straftat wird quasi fingiert, weil man sie braucht, um massiv in die Grundrechte des Beschuldigten eingreifen zu können.
Schon der amtliche Titel des neuen Gesetzes verrät dies. Es lautet: "Gesetz zur Verfolgung der Vorbereitung von schweren staatsgefährdenden Gewalttaten". Das Gesetz wird landläufig Terrorcamp-Gesetz genannt, weil mit ihm angeblich die Leute gepackt werden sollen, die sich dort ausbilden lassen. Davon findet sich im Gesetzestext kein Wort.
Er umfasst jegliche Unterweisung, die sich ein Einzelner im Umgang mit gefährlichen Stoffen oder mit Stoffen geben lässt, aus denen gefährliche Stoffe hergestellt werden können - auch per Internet. Ein falscher Mausklick, und du bist ein Terrorist.
Die neuen Paragraphen 89a und b sowie 91 im Strafgesetz sind so vage und konturlos, dass man sich nicht vorstellen kann, ein deutsches Gericht würde nach diesen Vorschriften Beschuldigte verurteilen. Das ist aber auch gar nicht die Absicht von Schäuble, Zypries & Co - deren wirkliche Absicht spiegelt sich schon im Titel des Gesetzes wider.
Das Gesetz verhöhnt die Strafjustiz
Unter Strafe gestellt wird die noch nicht konkrete Vorbereitung von noch nicht konkreten Straftaten. Die zu einer rechtsstaatlichen Verurteilung untauglichen Strafvorschriften werden deshalb geschaffen, weil der Staat zur Verfolgung dieser neuen nebulösen Delikte das schwere Instrumentarium der Strafprozessordnung auspacken kann: Überwachung und Aufzeichnung der Telekommunikation, Lauschangriff, Hausdurchsuchung bei Kontaktpersonen, Kontrollstellen auf Straßen und Plätzen, Vermögensbeschlagnahme, Verhaftung und Untersuchungshaft wegen Wiederholungsgefahr. Die schwersten denkbaren Maßnahmen und Grundrechtseingriffe werden also auf allerdünnstes Eis gestellt.
Gäbe es den Straftatbestand der Missachtung der Gerichte, dann wäre er mit diesem Gesetz verwirklicht. Es verhöhnt die Strafjustiz. Es missachtet Normenklarheit und Normenwahrheit. Es räumt die Einschränkungen beiseite, die der Bundesgerichtshof aufgestellt hat für die Straftaten der Bildung von und der Mitgliedschaft in terroristischen Vereinigungen. Der keiner Organisation angehörende Einzelne wird jetzt für genauso gefährlich gehalten wie das Mitglied einer Terrorgruppe. Damit löst sich jede Strafrechtssystematik auf. Das neue Strafrecht verfolgt einen angeblichen Täter, ohne dass es eine Straftat gibt.
Am Rande Europas lebt ein kleines, selbstbewusstes Volk, das Whisky und Lachs exportiert. Nun überlegen die Schotten, ob sie sich aus dem Vereinigten Königreich verabschieden sollen. Seite Drei Jetzt lesen ...
- Gesetz Vom Terrorcamp direkt in den Knast 14.01.2009
(SZ vom 30.01.20097/woja)
Vor der Münchner Sicherheitskonferenz
Lohnzettel auf Facebook
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Putin, der "Alpha-Rüde"
Politiker und ihre Pannen
Eine Sache die hier noch gerne vergessen wird: Mit der Online "Durchsuchung" kann man ja auch fröhlich die Daten des Durchsuchten manipulieren und so dann auch handfeste Beweise schaffen, die dann sichergestellt und triumphierend präsentiert werden können. Diese gesamte Entwicklung ist absolut erschreckend. Abends, am elften September, sagte mir ein britischer Freund: Das ist zwar schrecklich, aber der echte Terroranschlag wird erst noch kommen. Es werden unsere Regierungen sein, die uns alle einsperren. Wie Recht er doch hatte!
Jetzt wird also nach Gesinnungen geforscht, das kennen wir doch schon mehrfach aus der Geschichte. Mit der Online"durchsuchung" (sollte sie je funktionieren, aber man darf ja auch gerne einbrechen und händisch Daten auf den zu "observierenden" Rechner einspielen) wird das ganze dann auch noch legitimiert. Jetzt brauchen wir "nur" noch eine kleine Gruppe Radikaler Spitzenpolitiker, und in dreissig Jahren wird es mal wieder heissen: "Gerade die Deutschen! Haben die denn nichts aus ihrer Geschichte gelernt?!"
was das alles soll? Einfach diese Partei abwählen, ob die SPD besser ist? die FDP oder die Grünen?
Na ja wenn die einzige Fähigkeit des Handlungsspielraums besteht Geld in der Gegend zu verblasen, kann man auch die Grünen oder die Linken oder die grauen Panther wählen.
Wenn dann aber wieder die Mehrheit an die CDU und SPD oder CDU und FDP oder SPD und GRÜN wählt, muss sich nicht wundern das die Verfassung immer mehr untergraben wird.
DAs Volk soll zahlen, der Staat solls kassieren und die Banken und Industrie sollen es verfeuern Na ja da wundert es doch gar nicht mehr das es Terrorcamps gibt und manche da rein wollen. Es liegt an der Politik das überhaupt erst solch ein Gedanke kommt. Die Gesellschaft züchtet sich seine Wiederstand selber und tut dann so als ob die arme hilflose Sau aus dem Volke so eine rapplr bekommt das er seine Regierung am liebsten in dei Luft jagen will?
....ein hervorragender Kommentar von Herrn Prantl. Problem nur: Bis auf eine kleine Minderheit in der Bevölkerung interessiert die Erosion der Bürgerrechte niemanden.
Dies betrifft leider nicht nur, wie es gerne proklamiert wird, die treuen "Dschungelkamp"-Zuschauer, sondern auch einen Großteil der "akademischen Elite".
Demokratie bedeutet: Herrschaft des Volkes. Und wenn die Mehrheit des Volkes der Meinung ist, grundlegende Bürgerrechte, deren Erkämpfen jahrhundertelang gedauert hat, einfach wegwerfen zu wollen, sei es aus Desinteresse oder für ein Minimum an eingeredeter "zusätzlicher" Sicherheit, dann mag man das bedauern, aber so ist es eben.
Jeder Bürger kann (noch) Einfluss auf das politische Geschehen nehmen. Irgendwann kann er/sie es vielleicht nicht mehr. Dann kann er sich ja Vorwürfe machen...und sich von den nachfolgenden Generationen fragen lassen, wie es "damals so weit kommen konnte"
Als ich zum ersten Mal von den Plänen unseres Innenministers gelesen habe (so vor ca. 2 Jahren) war ich, der noch die Proteste bei der Volkszählung in den 80ern in Erinnerung hatte, voller Überzeugung, dass es einen Aufstand in der Bevölkerung geben würde, wenn er auch nur versucht einen Teil seiner Pläne umzusetzen versucht. Inzwischen ist fast alles was Schäuble wollte umgesetzt worden, nur wenige hat es gestört.
Zuerst war ich erschüttert deswegen, inzwischen hat sich Desillusion bei mir breitgemacht. Wir haben es eben nicht anders verdient.......
dass die größten Feinde von Demokratie und Rechtsstaat selbsternannte Demokraten und Rechtsstaatler sind.
Ohne das BVG... - man mag gar nicht daran denken.
..dass er vollkommen freischwebend gruendlichst das pervertiert, was urspruenglich nicht schlecht gewesen sein muss.
Die Annahme, dass jemand, der sich in einem Terrorcamp ausbilden laesst, das nicht wegen der tollen Maennergemeinschaft macht, ist ja nicht so abwegig, und das man gerne irgendwie praeventiv taetig sein moechte, halte ich auch nicht von vorneherein falsch.
Natuerlich ist es ein Dilemma, man will den mehrfach vorbestraften Paedophilen nicht unbedingt zum Kindergaertner machen und einfach abwarten, was passiert, weil man ja erst hinterher wirklich einschreiten kann, aber hier ist ihnen wieder jegliches Mass abhanden gekommen!
Paging