Terroranschläge in Brüssel Belgische Behörden setzen Fayçal C. auf freien Fuß

Die belgische Polizei fahndet weiterhin nach dem dritten Terrorverdächtigen vom Brüsseler Flughafen.

(Foto: dpa)
  • Der dritte mutmaßliche Attentäter vom Brüsseler Flughafen ist nicht der am Freitag festgenommene Fayçal C.
  • Die Polizei sucht weiter nach dem Mann, der auf einem Überwachungsvideo eine helle Jacke und einen Hut trägt.
  • Die Zahl der Todesopfer hat sich von 31 auf 35 erhöht. Die drei Attentäter sind in diese Zahl nicht eingerechnet.

Die belgische Polizei hat den zunächst unter Terrorverdacht verhafteten Fayçal C. wieder freigelassen. Die Hinweise, die zu seiner Festnahme führten, bestätigten sich nicht, wie die Staatsanwaltschaft in Brüssel mitteilte. Damit ist sehr wahrscheinlich, dass der Mann nicht der gesuchte dritte Terrorverdächtige vom Brüsseler Flughafen ist. Die Polizei fahndet weiterhin nach dem dritten Verdächtigen, die Beschreibung des mutmaßlichen Täters auf der Internetseite der Polizei wurde um ein Video ergänzt.

Auf Fahndungsbildern ist der Mann gemeinsam mit den beiden späteren Selbstmordattentätern zu sehen, die als Ibrahim El Bakraoui und Najim Laachraoui identifiziert wurden. Der gesuchte Dritte steht auf dem Bild rechts. Er schiebt einen Gepäckwagen und trägt einen helle Jacke und eine dunkle Mütze.

Zwischenzeitlich hatten belgische Medien gemeldet, dass der dritte Gesuchte gefasst sei und geschrieben, es handele sich um den am Freitag festgenommenen Fayçal C. Gegen ihn war wegen des Verdachts auf Beteiligung an terroristischen Morden im Zuge der Ermittlungen nach den Brüsseler Anschlägen Haftbefehl erlassen worden.

Wenn Brüder zu Terroristen werden

Die El Bakraouis in Brüssel, die Kouachis in Paris, die Zarnajews in Boston. Experten sehen keinen Zufall darin, dass unter Attentätern immer wieder Brüderpaare sind. Von Werner Bartens mehr ...

Zahl der Toten erhöht sich

Die Zahl der Todesopfer der Anschläge von Brüssel hat sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft auf 35 erhöht. 31 Menschen seien am Dienstag am Flughafen Zaventem und in der U-Bahn getötet worden, vier weitere erlagen später im Krankenhaus ihren Verletzungen. Die drei Selbstmordattentäter sind in dieser Zahl noch nicht berücksichtigt.

Mehr als 300 Menschen wurden bei den Anschlägen verletzt. Drei Selbstmordattentäter der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hatten sich in die Luft gesprengt. Die Opfer stammen neben Belgien unter anderem aus Großbritannien, Italien, China, den Niederlanden, Frankreich, Deutschland, Schweden und den USA.

Um die genaue Opferzahl hatte es zunächst Verwirrung gegeben. Immer wieder kursierten unterschiedliche Zahlen. Unklar war zudem, ob die toten Attentäter in diese Zahlen zunächst mit einflossen.