Terror von London Angeblicher Hintermann der Anschläge in Pakistan verhaftet

Nach einem Bericht der Zeitung The Times soll der 30-jährige Haroon Rashid Aswat wenige Stunden vor den Explosionen mit den vier Tätern telefoniert haben - danach verließ er eilig Großbritannien.

Die Times beruft sich auf Geheimdienst- und Sicherheitsquellen in Pakistan und bezeichnet Aswat als "britischen Al-Qaida-Führer". Er sei zwei Wochen vor den Anschlägen in Großbritannien eingetroffen, um die Vorbereitungen zu leiten. Wenige Stunden vor der Tat habe er das Land wieder verlassen, aber noch mit den vier Selbstmordattentätern telefoniert. Die Polizei könne die Handyanrufe nachweisen. Angeblich stammt Aswat wie einer der Attentäter aus West Yorkshire.

Aswat habe während seines zweiwöchigen Aufenthalts in Großbritannien alle vier Terroristen getroffen und außerdem die Ziele in London ausgesucht. Er sei westlichen Geheimdiensten seit mehr als drei Jahren bekannt. Vermutet werde, dass er schon seit zehn Jahren Kontakt zu islamischen Extremisten habe und in einem afghanischen Terrorlager ausgebildet worden sei, wo er auch Osama bin Laden getroffen haben soll.

Nach Dokumenten des amerikanischen FBI, die der Times vorlägen, habe er 1999 versucht, in den USA Ausbildungslager für muslimische Terroristen einzurichten.

Verhaftung in Koranschule

Aswat sei nun von der pakistanischen Polizei in einer Islamschule in Sargodha, 145 Kilometer von der Hauptstadt Islamabad entfernt, festgenommen worden. Er sei schwer bewaffnet gewesen und habe einen Gürtel mit Sprengstoff getragen. "Wir glauben, dass dieser Mann bei dem, was in London passiert ist, eine entscheidende Rolle gespielt hat", zitierte die englische Tageszeitung eine "hohe pakistanische Sicherheitsquelle".

Insgesamt würden 8 von 200 seit dem Wochenende in Pakistan festgenommenen Extremisten direkt mit den Londoner Anschlägen in Verbindung gebracht. Sie hätten mit zwei der vier Attentäter, Mohammad Sidique Khan und Shehzad Tanweer, telefoniert.