Terror in Tunis IS bekennt sich zu Anschlag in Tunesien

  • Einem Bekennerschreiben und einer gleichlautenden Audio-Botschaft im Internet zufolge waren die Attentäter von Tunis Mitglieder der Terrormiliz IS.
  • In der Botschaft wird mit weiteren Anschlägen gedroht. Der Angriff auf das Bardo-Museum sei nur der Anfang gewesen.
  • In Tunesien wurden inzwischen neun Verdächtige festgenommen, die mit dem Anschlag oder den Hintermännern in Verbindung gebracht werden.

IS-Botschaft übernimmt Verantwortung für Anschlag in Tunis

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat sich offenbar zu dem blutigen Anschlag in Tunis bekannt. Einen Tag nach dem Angriff auf ein Museum in der tunesischen Hauptstadt veröffentlichten die Extremisten im Internet ein Bekennerschreiben sowie ein Video, auf dem dieses Schreiben verlesen wird. Darin übernimmt der IS die Verantwortung für das Attentat und kündigt weitere Anschläge an. Der Anschlag von Tunis sei der "erste Tropfen des Regens", heißt es in dem Schreiben. Sicherheit und Frieden seien nicht mehr gewährleistet in dem Land. Die Opfer werden als "Angehörige von Kreuzritterstaaten" bezeichnet, die Tunesien in eine "Brutstätte von Ausschweifungen und Unglauben" verwandelten.

Ob Attentäter wirklich IS-Mitglieder waren, ist unklar

Zwei Attentäter hatten am Mittwoch in einem Museum in Tunis 23 Menschen getötet, darunter 20 ausländische Touristen. Anschließend wurden die Attentäter selbst getötet. Ob sie wirklich dem IS angehörten, wie in dem Bekennerschreiben behauptet, ist unklar. Sie werden dort nicht mit ihren Klarnamen genannt, sondern als "Abu Anas al-Tunisi" und "Abu Zakariya al-Tunisi" bezeichnet. Pseudonyme, wie sie viele IS-Kämpfer tragen. Die Regierung hatte zuvor die Identität der beiden Angreifer enthüllt. Sie sollen in einem Dschihadistenlager in Libyen ausgebildet worden sein.

Nach Angaben der tunesischen Regierung sind am Donnerstag neun Verdächtige festgenommen worden. Vier von ihnen sollen "in direkter Verbindung" zu dem Attentat stehen. Die anderen fünf Personen würden verdächtigt, mit der verantwortlichen "Zelle" in Verbindung zu stehen. Über mögliche Verbindungen der Verdächtigen zu terroristischen Vereinigungen machte die Regierung keine Angaben.