Von Tobias Matern

Sie sind Inder, sie sind Muslime, und sie sind sehr jung - die Attentäter von Mumbai präsentieren sich als radikale Islamisten.

Es ist nur ein kurzes Gespräch, aber eine Botschaft will der Anrufer unbedingt der Welt übermitteln. Der Mann, der sich Sahadullah nennt, sagt, er sei Inder, seine Mitstreiter seien Inder und sie kämpften für die Muslime in Indien.

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Polizei-Razzia vor dem Hotel Trident Oberoi, wo Hunderte Hotelgäste in den Gewaltstrudel koordinierter Angriffe gerieten. (© Foto: dpa)

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Im Telefoninterview mit einem Fernsehsender bekommen die Terroristen von Mumbai, die für den Tod von mehr als 100 Menschen verantwortlich sind, am Donnerstag erstmals eine Stimme, es ist eine radikal-islamische. Und angeblich eine rein indische. Alle Mudschaheddin müssten sofort aus den Gefängnissen in Indien entlassen werden, fordert Sahadullah. Die Unterdrückung der Muslime müsse beendet werden.

Bald sind erste Fotos der Überwachungskameras zu sehen. Sie zeigen sehr junge Männer. Ein Augenzeuge sagt, die Attentäter seien kaum älter als Kinder gewesen. Bereits gesuchte Terroristen scheinen nicht unter ihnen zu sein.

Auch E-Mails tauchen auf, in denen sich die bislang unbekannten Deccan Mudschaheddin der Angriffe bezichtigen. Die Gruppe ist den Geheimdiensten offenbar noch unbekannt. Aber nicht nur der Name, auch das Vorgehen erinnert an die Indian Mudschaheddin, an eine Gruppe, die das Land seit etwa einem Jahr terrorisiert. Sie hat allein in den vergangenen vier Monaten Dutzende Anschläge verübt, denen mehr als 100 Menschen zum Opfer fielen.

Ihre Wut richtet sich gegen die Regierung in Delhi

Die Indian Mudschaheddin hatten im September in Neu-Delhi an mehreren Orten Bomben gezündet - und sich per E-Mail an Zeitungen und Fernsehsender gewandt. Zwar sollen die Terrorgruppen auch aus dem Ausland Geld bekommen, ihre Mitglieder aber sind indische Muslime.

Und ihre Wut richtet sich vornehmlich gegen die Regierung in Delhi. In einer Botschaft erklärte die aus einer extremistischen Studentenvereinigung hervorgegangene Gruppe, ihre Aktionen seien legitim, um die 2002 bei Aufständen in Indien getöteten Muslime zu rächen.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, wen die Terror-Gruppe Deccan Mudschaheddin mit ihren Anschlägen treffen will.

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