Terror in Großbritannien Neue Festnahmen: Al-Qaida-Verdacht erhärtet sich
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Die britische Polizei hat zwei weitere Männer festgenommen. Sie sind offensichtlich keine Briten, sondern stammen aus dem Nahen Osten. Die sieben Inhaftierten sollen enge Kontakte zu al-Qaida haben. Aus Sorge vor weiteren Anschlägen wird der Schutz für Queen Elizabeth II. verstärkt.
Die britische Polizei hat im Zusammenhang mit dem versuchten Anschlag auf den Flughafen Glasgow und die vereitelten Autobomben-Attentate in London zwei weitere Personen festgenommen. Es handele sich bei den Verdächtigen um zwei 25 und 28 Jahre alte Männer, teilte die Polizei von Strathclyde mit.
Bildstrecke Terroralarm in London und Glasgow
Sie seien unter den Bedingungen des Gesetzes zur Verhinderung von Terrorismus festgenommen worden. Die Ermittlungen entwickelten sich schnell weiter, erklärte der stellvertretende Polizeipräsident John Malcolm. Die Festnahme ist laut Malcolm das Ergebnis "intensiver Polizeioperationen". Er rief die Menschen auf, weiterhin sehr wachsam zu sein.
Damit steigt die Zahl der Verhafteten im Zusammenhang mit den Taten auf sieben - sechs Männer und eine Frau. Die Ermittler gehen nach ersten Erkenntnissen davon aus, dass eine Extremistenzelle, die Verbindungen zur radikalislamischen al-Qaida unterhalten haben soll, für die drei Taten verantwortlich ist.
Die Ermittler suchen derzeit vor allem nach den Hintermännern der Aktionen. Im Mittelpunkt steht zunächst die Identifizierung der Verdächtigen, die sich als schwierig erwies. Selbst bei den beiden Festgenommenen, die am Samstag einen brennenden Wagen in ein Terminal in Glasgow steuerten, sei die Identität noch nicht klar, heißt es aus Sicherheitskreisen.
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Britische Medien berichtet unterdessen, bei zwei Festgenommenen handele es sich um Ärzte, die in britischen Krankenhäusern gearbeitet hätten. Die Polizei in London und Glasgow wollte das nicht bestätigen. Innenministerin Jacqui Smith betonte, alle Berichte über die mögliche Herkunft der Festgenommenen seien Spekulation.
Die Polizei in Schottland hat angesichts der Gefahr weiterer Terroranschläge die Sicherheitsvorkehrungen für Königin Elizabeth II. verstärkt. Die 81-jährige Queen ist derzeit wegen mehrerer offizieller Verpflichtungen in Schottland unterwegs. Ein Besuch der Königin in der Universität von Dundee wurde am Montag von einem Großaufgebot der Polizei abgesichert.
Engere Zusammenarbeit zwischen London und Berlin
Nach den Terrorattacken auf der Insel hat die Bundesregierung die Kooperation mit den britischen Behörden verstärkt. "Es versteht sich von selbst, dass wir diese Zusammenarbeit intensiviert haben seit den versuchten und durchgeführten Anschlägen in Großbritannien", sagte der Sprecher des Bundesinnenministeriums, Stefan Kaller. Er verwies auf den Austausch von Verbindungsbeamten zwischen beiden Ländern.
Befürchtungen, in Deutschland stünden Terroranschläge unmittelbar bevor, wies Kaller zurück. "Wir haben nach wie vor keine konkreten Hinweise auf Anschläge in Deutschland", betonte er. Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Konrad Freiberg, hatte in einem Interview gesagt, Deutschland müsse "in naher Zukunft mit schweren Anschlägen" rechnen.
Britische Ermittler waren Attentätern auf der Spur
Die Londoner Polizei verstärkte die Sicherheitsvorkehrungen in London: Vor Kontrollpunkten auf der London Bridge bildete sich eine lange Autoschlange, das Tennisturnier in Wimbledon wurde mit Betonbarrieren geschützt.
Den Attentätern von Glasgow war die Polizei offenbar kurz vor der Tat dicht auf den Fersen: Wenige Minuten vor dem Anschlag hätten Ermittler die Wohnungsvermittlung Let-It angerufen, sagte deren Mitarbeiter Daniel Gardiner. Die Polizei habe wissen wollen, warum die Firma eine bestimmte Telefonnummer gewählt habe.
Unterdessen wurde nach dem Fund eines verdächtigen Päckchens am Sonntag ein Terminal des Londoner Flughafens Heathrow vorübergehend geschlossen. Die Polizei erklärte, sie habe den Fluggastbereich komplett geräumt. Nach rund einer Stunde konnte Scotland Yard aber Entwarnung geben.
Bush für mehr Sicherheitskräfte in Flugzeugen
US-Präsident George W. Bush lobte die "starke Reaktion" der neuen britischen Regierung angesichts der angespannten Sicherheitslage. Zugleich kündigte er an, dass auf den Flügen zwischen den USA und Europa die Zahl der sogenannten Air Marshals erhöht wird.
Als Air Marshals werden bewaffnete Sicherheitskräfte bezeichnet, die zum Schutz von Passagierflügen eingesetzt werden. Sie tragen Zivilkleidung und sind daher von anderen Fluggästen nicht zu unterscheiden. Diese Maßnahme solle deutlich machen, dass der "Krieg gegen diese Extremisten" weitergehe, sagte Bush am Sonntag. "Man weiß nie, wo sie zuschlagen."