Brüssel erleichtert US-Terrorfahndern den Zugang zu sensiblen Bankdaten europäischer und damit auch deutscher Kunden - Datenschützer und Politiker sind empört.
Datenschützer und Politiker haben mit scharfer Kritik auf Pläne der EU-Kommission reagiert, US-Terrorfahndern den Zugang zu den Bankdaten europäischer Kunden zu gewähren.
Bild vergrößern
Können US-Terrorfahnder bald auf europäische Bankdaten zugreifen? (© Foto: dpa)
Anzeige
Der Berliner Datenschutzbeauftragte Alexander Dix sagte der Berliner Zeitung: "Die Pläne zur unkontrollierten und heimlichen Ausspähung von Bankdaten sind völlig inakzeptabel." Sollte dies umgesetzt werden, müssten die Europäer damit rechnen, dass viele ihrer Transaktionen von US-Behörden überwacht würden. Dix forderte die Bundesregierung auf, sich den Plänen zu widersetzen.
EU-Außenminister wollen am Montag grünes Licht geben
Der FDP-Innenpolitiker Max Stadler kritisierte den mangelnden Datenschutz. "Deshalb lehnen wir das Abkommen ab", sagte er der Zeitung. Auch die Linke ist dagegen.
Nach einem Vorschlag der EU-Kommission sollen die USA im Kampf gegen Terrorismus auch dann noch Zugriff auf Daten des Finanzdienstleisters Swift haben, wenn dessen Hauptserver aus den USA nach Europa verlagert wird.
In der Swift-Datenbank sind Überweisungsdaten von 8000 Banken aus mehr als 200 Ländern gespeichert. Der US-Geheimdienst CIA greift seit den Anschlägen vom 11. September 2001 auf diese Daten zu.
Die Außenminister der 27 EU-Staaten werden am Montag grünes Licht für Verhandlungen über die Übermittlung der Daten geben, wie aus Diplomatenkreisen in Brüssel verlautete. Der für die Abwicklung internationaler Überweisungen zuständige Finanzdienstleister Swift wollte den USA den Zugriff auf diese Daten eigentlich entziehen.
"Nützliche" Datenweitergabe
Die US-Behörden rufen die von Swift gespeicherten Bankverbindungsdaten bislang aus einem Rechenzentrum des Unternehmens im US-Staat Virginia ab. Ab dem Herbst will Swift innereuropäische Finanztransaktionen aber nur noch über Rechenzentren in Europa abwickeln, dazu wurde extra eine neue Einrichtung in der Schweiz gebaut. Nun will die EU es übernehmen, diese Daten an die US-Regierung zu übermitteln.
Zur Begründung erklärte ein ranghoher EU-Diplomat, die Analyse der Finanztransaktionen durch die US-Behörden habe sich für die Terrorfahndung als sehr nützlich erwiesen. Deshalb sollte die EU-Kommission nun mit den USA über eine Weitergabe der Daten verhandeln.
Um datenschutzrechtlichen Bedenken zu begegnen, soll die Brüsseler Behörde mit Washington klären, wie betroffene Bürger sich zur Wehr setzen können, wenn sie ins Visier der US-Terrorfahnder geraten.
Bislang ist nach Angaben aus Diplomatenkreisen noch nicht einmal sichergestellt, dass ein Bürger überhaupt erfährt, wenn seine Daten von den USA nicht nur gesichtet, sondern tatsächlich für Anti-Terror-Ermittlungen genutzt werden.
Sinti und Roma als Nachbarn? Bloß nicht, sagen zwei von drei Deutschen. Über Menschen, die im eigenen Land Fremde sind. Seite Drei. Jetzt lesen ...
- Thema
- Datenschutz RSS
- Terrorfahndung Sinnloses Raster 26.05.2009
- Telekom BKA: Keine Rasterfahndung mit Kundendaten 02.04.2009
- Street-View-Panne Google gefährdet die Grundwerte 17.05.2010
- Netz-Depeschen Deine Freunde werden dich vermissen 17.05.2010
- Google und die Datenerfassung Märchen vom zerknirschten Kraken 16.05.2010
- Google: Datenpanne bei Street View "Unabsichtlich" ausgespäht 15.05.2010
- Netz-Depeschen Gefällt mir nicht 10.05.2010
(sueddeutsche.de/AP/dpa/odg/cag)
Nach Lafontaines Rückzug
Wie kommt denn jetzt die Ullala nach Hause? Vermutlich mit dem Dienstwagen vom Gabriel, der ihn sicher schon nach Spanien geschickt hat.
Ein Termin war ein Vortag vor deutschen Rentnern. Der andere ist ein Empfang durch den Bürgermeister des Urlaubsortes für die Schmidt. Hallo, gehts denn noch?
Übrigens der sogenannte Kanzlerkandidat der SPD, zugleich unser Außenminister, Steinbrück, stimmt vermutlich gerade dem Vorschlag der EU-Kommission zu, US-Terrorfahndern den Zugang zu sensiblen Bankdaten europäischer und damit auch deutscher Kunden zu genehmigen.
So ein lustiges Sommerloch hatten wir schon seit Jahren nicht mehr! Chapeau, Chapeau
Nun werden also die Bankdaten willfährig sofort den US Datensammlern weitergereicht. Es genügt wohl nicht, das die USA in Deutschland 60.000 Soldaten stationiert haben und hier selbstverständlich umfangreiche Abhöranlagen vom US militärischen Geheimdienst und CIA hier ganz offen unterhalten.
Die Anlagen erlauben es JEDES Telefonat in Deutschland ab zu hören. Aber selbst verständlich wir immer betont, dies diente nur der frühen Warnung im Kriegsfall nun ist es natürlich ein wichtige Massname im "Krieg gegen den Terror".
Welches souveräne Land erlaubt einer fremden Macht ähnliche Zugeständnisse auf ihrem Territorium?
Das immer gleiche "Argument" der uendlich kostbaren Arbeitsplätze die diese 60.000 US Soldaten hier in Deutschland schaffen würden kann ja wohl kaum noch wiederholt werden. Allein die riesigen Arreale in Heidelberg könnten ja wohl nutzbringender verwendet werden, als ein paar deutschen Aushilfskräften für das Kasernenputzen als Arbeitsplatz zu dienen.
Ach ja, die russischen Soldaten sind wie zugesagt seinerzeit abgezogen...
Jtzt erst fällt allen auf, daß die USA seit langem schon sämtliche internationalen Zahlungen kontrolliert hat. Darüberhinaus (SWIFT) wird zur Pflicht, jede Bewegung in USD jeweils über die Bank of Amerika gehen zu lassen, wo dann ebenfalls schön gescant werden kann. Der einzige Schutz der heimischen Wirtschaft beispielsweise vor Industriespionage duch den CIA bestand bisher darin, daß die so gewonnenen Datenmengen kaum noch verarbeitbar waren.
Es ist an der Zeit, hier einen Riegel vorzuschieben. Wenn die Welt- Terrorfahnder sich die Daten beschaffen sollen, dann sollten sie es (wenn denn schon nötig) durch die Offenlegung ihrer Fahndungsprogramme den Europäern überlassen.
schon mal was vom in islamischen Ländern üblichen und hocheffizienten System des bankenlosen Bargeldtransports gehört!?
Die Elektronik hats beim Vorbereiten des Angriffs auf den Irak nicht richten können (keine Massenvernichtungswaffen ,nirgends) und auch heute wird diese Aktion ins Leere laufen. Versuchts mal mit Menschen. Doch die werden sich wehren gegens Aussschnüffeln im Interesse Eurer Paranoia.