Vier Wochen nach den blutigen Anschlägen und zwei Wochen nach der zweiten Bombenserie soll ein massives Aufgebot an Sicherheitskräften eine Wiederholungstat verhindern.

Vier Wochen nach den blutigen Terroranschlägen vom 7. Juli und zwei Wochen nach der zweiten Bombenserie hat die Londoner Polizei zur Verhinderung einer weiteren Wiederholungstat Tausende Beamte eingesetzt.

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Nach Angaben des Rundfunksenders BBC patrouillieren 6000 Polizisten in U-Bahnstationen sowie in zahlreichen Straßen der Innenstadt Viele Polizisten seien bewaffnet.

Zusätzlich wurden Beamte in Zivilkleidung eingesetzt, wie der Vizechef der britischen Verkehrspolizei, Andy Trotter, mitteilte. Konkrete Hinweise auf neue Anschläge gebe es aber nicht.

Keine spezifischen Informationen

"Es gibt keine spezifischen Geheimdienstinformationen, aber wir sind in London noch immer in sehr hoher Alarmbereitschaft", sagte Trotter. "Es sind vier Wochen seit dem ersten Anschlag, und dieser Einsatz dient dazu, die Londoner zu beruhigen."

Die von den blutigen Anschlägen am schwersten getroffene U-Bahn-Strecke Piccadilly wurde am Donnerstag wieder in Betrieb genommen.

In einem Zug zwischen den Stationen King's Cross und Russell Square starben 21 der insgesamt 56 Menschen, die am 7. Juli ums Leben kamen. Die Piccadilly Line ist mit durchschnittlich 536.000 Fahrgästen pro Werktag eine der am meisten genutzten U-Bahn-Strecken Londons.

Für die erste Anschlagsserie wurde nach Informationen der New Yorker Polizei ein Sprengstoff benutzt, der aus leicht zugänglichen Materialien hergestellt werden kann.

Anders als zunächst vermutet sei kein militärischer Sprengstoff verwendet worden, sagte Polizeichef Raymond Kelly am Mittwoch in einer Informationsveranstaltung für New Yorker Geschäftsleute.

Nach den Anschlägen hatte die New Yorker Polizei (NYPD) mehrere Beamte nach London entsandt, um die Ermittlungen dort zu beobachten.

Bei dem Sprengstoff habe es sich offenbar um Hexamethylentriperoxyddiamin (HMDT) gehandelt, sagte Polizeichef Kelly. HDMT kann aus gewöhnlichen Bestandteilen wie dem Blondierungsmittel Wasserstoffperoxid, Zitronensäure und Tabletten zur Erhitzung vom Wasser gemischt werden.

Bei Raumtemperatur zerfällt der Stoff. Die Bombenleger kühlten ihn in einem gewöhnlichen Kühlschrank in ihren Wohnungen in Leeds, wie NYPD-Terrorexperte Michael Sheehan mitteilte.

In Getränkekühlern hätten sie die Bomben nach London transportiert. Die drei Bomben in den U-Bahnen seien vermutlich mit Mobiltelefonen gezündet wurden, deren Wecker auf 08.50 Uhr eingestellt waren. Rund eine Stunde später war in einem Bus eine vierte Bombe explodiert.

Erste Gerichtsverhandlung

Von den 17 Verdächtigen, die im Zusammenhang mit den Anschlägen vom 7. Und vom 21. Juli festgehalten werden, sollte am Donnerstag der erste vor Gericht erscheinen.

Der 23-Jährige wird beschuldigt, der Polizei Informationen über Personen vorenthalten zu haben, die an der zweiten Anschlagsserie oder an ihrer Planung beteiligt waren.

Die britische Polizei hat derzeit 14 Terrorverdächtige in Gewahrsam, drei weitere werden in Italien festgehalten. Großbritannien hat die Auslieferung von einem der drei, dem mutmaßlichen Bombenleger Hamdi Issac, beantragt.

Die Anhörungen dazu sollen am 17. August beginnen, wie am Donnerstag aus Gerichtskreisen in Rom verlautete.

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(AP)