Territorialstreit China stationiert Raketen im Südchinesischen Meer

Um solche Inseln kreist der Streit zwischen China und anderen Mächten im Südchinesischen Meer: Ein Riff in einem Atoll der Spratly-Inseln.

(Foto: dpa)
  • Peking schafft Fakten im Streit um Gebiete im Südchinesischen Meer.
  • Auf Woody Island stationierte es Raketen. Die Insel wird aber nicht nur von China, sondern auch von Vietnam und Taiwan beansprucht.
  • In der Region werden große Ölvorkommen vermutet.

Reichweite von 200 Kilometern

Im Streit um Gebiete im Südchinesischen Meer greift Peking zu militärischen Maßnahmen. Auf der Insel Woody Island (Yongxing Island/Yongxing Dao) hat die chinesische Armee Boden-Luft-Raketen stationiert. Das teilten am Mittwoch übereinstimmend die Verteidigungsministerien der USA sowie Taiwans mit.

Satellitenbilder zeigen demnach zwei Raketenbatterien, die auf Woody Island aufgestellt wurden. Es handle sich um ein System zur Verteidigung gegen Luftangriffe, das eine Reichweite von rund 200 Kilometern habe.

Im Südchinesischen Meer gibt es mehrere Inselgruppen, die in dem Streit zwischen China und anderen Mächten in der Region eine Rolle spielen. Woody Island gehört zur Paracel-Inselgruppe, die seit mehr als 40 Jahren unter Kontrolle Chinas steht. Taiwan und Vietnam beanspruchen sie ebenfalls. Die Stationierung der Raketen wurde bekannt, während US-Präsident Barack Obama mehrere südostasiatische Staaten zu einer Konferenz in Kalifornien empfing, um über Möglichkeiten zur Entspannung des Konfliktes in der Region zu sprechen.

Der Hintergrund: Vermutete Ölvorkommen

"Wir werden weiterhin unseren Verbündeten und Partnern dabei helfen, ihre Marine-Fähigkeiten zu verstärken", sagte Obama am Dienstag nach dem Ende des Treffens der Asean-Staaten (zu ihnen gehören unter anderen Indonesien, Malaysia, Thailand und Vietnam) in Rancho Mirage. Konflikte müssten friedlich und nach internationalem Recht beigelegt werden, sagte er mit Blick auf den Territorialkonflikt mit China.

Das Südchinesische Meer liegt zwischen China, Vietnam, Malaysia und den Philippinen. Ein Drittel des weltweiten Schiffsverkehrs wird dort abgewickelt. In der Region werden große Öl- und Gasvorkommen vermutet. China beansprucht 90 Prozent des 3,5 Millionen Quadratkilometer großen Gebietes, darunter Inseln und Riffe, die teils mehr als 800 Kilometer von der chinesischen, aber nur etwa 220 Kilometer von der philippinischen Küste entfernt liegen.

Auch die USA mischen in dem Konflikt mit

Vietnam hatte in der Vergangenheit mehrfach gegen chinesische Ölbohrungen vor seiner Küste protestiert, die Philippinen wandten sich gegen chinesische Landaufschüttungen sowie den Bau von Leuchttürmen und einer Landebahn auf einigen der Riffe.

Zuletzt hatte sich auch die USA verstärkt in den Konflikt eingeschaltet. Erst im Januar war ein US-Kriegsschiff in die von China beanspruchten Gewässer um die Paracel-Inseln eingedrungen. Im Oktober hatte sich der US-Zerstörer Lassen einer von China beanspruchten Insel der weiter südlich gelegen Spratly-Inselgruppe auf weniger als zwölf Seemeilen genähert. Washington rechtfertigte dies mit der Verteidigung der Freiheit der Navigation; das Gebiet sei internationales Gewässer.

Im Dezember flog ein strategischer Bomber des Typs B-52 über eine der von Peking beanspruchten Inseln. Die Aktion sei eine "ernsthafte militärische Provokation", protestierte Peking damals. Washington sprach später von einer "unbeabsichtigten Aktion".

Es ist nicht der einzige Inselstreit, in den China verwickelt ist. Im Ostchinesischen Meer beansprucht es die Senkaku-Inseln, die unter japanischer Verwaltung stehen.