Ein Kommentar von Thorsten Schmitz

Die Palästinenser reagieren hysterisch auf die Bauarbeiten. Nun versucht der Bürgermeister, die Lage zu beruhigen. Doch auch die Stadtverwaltung trägt Schuld an der Aufregung.

Seit Tagen berichten palästinensische Radio- und Fernsehstationen an erster Stelle über die angeblichen Ausgrabungsarbeiten am Fuße des Tempelbergs. Israel, heißt es, nehme Veränderungen am Fundament des Tempelbergs vor, auf dessen Plateau sich Felsendom und Al-Aksa-Moschee befinden, eine der heiligsten Stätten des Islam. Doch wer will, kann sich vor Ort vom Gegenteil überzeugen.

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Ein hässlicher provisorischer Fußgängerweg, über den bislang ausländische Touristen auf die Esplanade des Tempelbergs gelangten, soll durch eine moderne stabile Version ersetzt werden. Und weil der Ort so geschichtsträchtig ist, wühlen israelische Archäologen mit Händen im Erdreich, um eventuelle Fundstücke aus vergangenen Zeiten sicherzustellen. Das ist schon die ganze profane Wahrheit. In der arabischen Welt aber, so scheint es, regiert Hysterie, gepaart mit Unwissen - und Hunderte Palästinenser werden mit dem Ammenmärchen gegen Israel aufgehetzt, mit den Arbeiten solle das Fundament des Tempelbergs erschüttert und so Felsendom und Al-Aksa-Moschee zum Einsturz gebracht werden.

Der überflüssige Disput um den Neubau eines Fußgängerwegs und das Sieben von Jerusalemer Erde zeigt erschütternd deutlich, wie groß das Misstrauen gegenüber Israel ist. Dem Staat der Juden werden nur schlechte Absichten unterstellt. Dass der Bürgermeister einer der heiligsten Städte der Welt nun vorerst die Arbeiten ruhen und eine Bürgeranhörung organisieren lässt, wird weitere gewalttätige Auseinandersetzungen verhindern helfen. Auf die Idee, den Neubau transparent und für jedermann verständlich zu machen, hätte die Stadtverwaltung aber auch schon früher kommen können.

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(SZ vom 13.3.2007)