Telefonat mit Moskau Syrien: Kerry verständigt sich mit Lawrow auf Bedingungen für Feuerpause

  • US-Außenminister John Kerry und sein russischer Amtskollege Sergej Lawrow haben sich auf vorläufige Bedingungen für eine Waffenruhe in Syrien verständigt.
  • In den kommenden Tagen soll in der Schweiz ein Expertentreffen zur Umsetzung der Feuerpause stattfinden.

US-Außenminister John Kerry hat sich nach eigenen Angaben mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow auf Bedingungen für einen Waffenstillstand in Syrien geeinigt. In einem Telefonat am Sonntagmorgen "haben wir eine grundsätzliche vorläufige Einigung über eine Feuerpause erreicht, die in den nächsten Tagen beginnen könnte", sagte Kerry in der jordanischen Hauptstadt Amman. "Wir sind näher an einer Waffenruhe als je zuvor."

Er gehe davon aus, dass US-Präsident Barack Obama und der russische Präsident Wladimir Putin in den kommenden Tagen über weitere Details sprechen, hieß es. Die russische Agentur Interfax berichtete unter Berufung auf Diplomatenkreise, ein erwartetes Expertentreffen in der Schweiz zur Umsetzung der Feuerpause werde voraussichtlich erst in den kommenden Tagen stattfinden. Ursprünglich sollte ein solches Treffen am Samstag in Genf beginnen.

Gewalt nimmt trotz vereinbarter Waffenruhe zu

Die USA, Russland und wichtige Regionalmächte hatten sich vergangene Woche in München auf eine Waffenruhe geeinigt, die ursprünglich am Freitag in Kraft treten sollte. Zuletzt hatte die Gewalt aber zugenommen. Kerry dämpfte die Hoffnung, dass die kämpfenden Parteien die Auseinandersetzungen bis zu einer endgültigen Einigung einstellen.

Russland bestätigte die Gespräche: Nach einem ersten Telefonat am Samstagabend hätten Lawrow und Kerry ihre Gespräche über die geplante Waffenruhe in Syrien fortgesetzt, teilte das Außenministerium in Moskau mit. Dabei sei es auch darum gegangen, "Gruppen, die der UN-Sicherheitsrat als terroristische Vereinigungen ansieht", von einer Waffenruhe auszunehmen.

Russland unterstützt die syrische Armee bei ihren Kämpfen gegen Rebellen mit Luftangriffen. Die von den USA angeführte internationale Allianz greift mutmaßliche Stellungen der Extremistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) an.

Beide Seiten stellen Bedingungen

Am Samstag hatte die Opposition Bedingungen für einen Waffenstillstand genannt, darunter einen Stopp russischer Angriffe, das Ende der Belagerungen sowie freien Zugang für Hilfsorganisationen. Auch die Regierung von Syriens Machthaber Baschar al-Assad will die Waffen ruhen lassen. Voraussetzung dafür sei aber, dass "Terroristen" sie nicht ausnutzten, sagte Assad in einem Zeitungsinterview. Die syrische Führung sieht alle Rebellen, die gegen sie kämpfen, als Terroristen an.