Der frühere Regierungssprecher und Chefredakteur der "Bild"-Zeitung" starb im Alter von 78 Jahren, wie am Freitag aus der Chefredaktion der Bild-Zeitung verlautete.
Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer AG, sagte: "Mit Peter Boenisch verlieren wir einen großen Journalisten. Wir verlieren einen brillanten Kolumnisten, wir verlieren einen unermüdlichen Förderer der deutsch-russischen Annäherung. Vor allem verlieren wir einen außergewöhnlichen Menschen und Freund unseres Verlages und seiner Mitarbeiter." Boenisch hinterlässt zwei Töchter aus dritter Ehe. Seine Frau Julia starb am 7. Mai vergangenen Jahres im Alter von 42 Jahren.
Peter Boenisch (© Foto: dpa)
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Peter Boenisch wurde am 4. Mai 1927 als Sohn einer russischen Mutter und eines deutschen Vaters in Berlin geboren. 1959 trat er in den Axel-Springer-Verlag ein und wurde 1961 Chefredakteur der Bild-Zeitung. Von 1965 bis 1979 leitete er zudem die Redaktion Bild am Sonntag. Von 1978 bis 1981 leitete Peter Boenisch die Chefredaktion der Welt.
Nach beratenden Tätigkeiten im Bundeswahlkampf 1976 und 1980 für den CDU-Politiker Helmut Kohl wurde Peter Boenisch 1983 von ihm zum Staatssekretär ernannt. Zudem war er bis 1985 Leiter des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung und Regierungssprecher der Bundesregierung.
Als Regierungssprecher brachte er durch ein lockeres Auftreten und Formulierungen, die er nicht immer auf die Goldwaage legte, Farbe in die Pressekonferenzen. Zum engsten Beraterkreis von Kohl gehörte er aber nicht und war somit auch nicht an der Ausarbeitung politischer Konzeptionen beteiligt.
Unerwartet für die Öffentlichkeit trat Boenisch am 14. Juni 1985 von seinem Amt zurück. Anlass war ein steuerrechtliches Ermittlungsverfahren, das Ende Juni durch einen Strafbefehl über 1,08 Mio. DM rechtskräftig abgeschlossen wurde. Boenisch hatte in den Jahren 1973-1981 Einkünfte aus einer Beratertätigkeit für die Daimler-Benz AG nicht versteuert. Sein Nachfolger im Amt des Regierungssprechers wurde der Wirtschaftsjournalist Friedhelm Ost.
Nach einem Jahr bei der Bunten wurde Boenisch als freier Publizist tätig. Im Februar 1994 bestellte Bundeskanzler Kohl ihn noch einmal zu seinem "persönlichen Wahlkampfberater im Medienbereich".
Im April 2001 schied Boenisch aus dem Aufsichtsrat des Axel-Springer-Verlags aus. Er lege sein Mandat nieder, weil es ihn "im Hinblick auf öffentliche Äußerungen behindere", erklärte er. Im Hintergrund standen Auseinandersetzungen mit der neuen Springer-Führung. Zwei Monate später kündigt der Axel-Springer-Verlag den Autoren- und Beratervertrag mit Boenisch. Als Anlass nennt Vorstandschef August A. Fischer einen Artikel Boenischs in der Süddeutschen Zeitung, der ohne Genehmigung des Springer-Verlags erschienen sei. Das Verhältnis zwischen Verlag und Boenisch galt seit längerem als zerrüttet.
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(sueddeutsche.de/dpa)
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