Technisches Problem Tornado-Defekt: Bundeswehr stoppt Flugbetrieb in Incirlik

Recce Tornado auf der Air Base Incirlik nach einem Flug Anfang August

(Foto: dpa)
  • Wegen eines technischen Defekts an einem Bauteil des Tornados müssen die Aufklärungsflugzeuge der Bundeswehr am türkischen Standort Incirlik vorerst am Boden bleiben.
  • "Jedwede Gefährdung für Personen und Material" solle ausgeschlossen werden, heißt es.
  • Es werde daran gearbeitet, den Mangel zu beheben, teilt die Bundeswehr mit.
  • Es ist nicht das erste Mal, dass die deutsche Armee durch Materialmängel auffällt.
Von Christoph Hickmann, Berlin

Die gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) eingesetzten Bundeswehr-Tornados konnten am Donnerstag wegen eines technischen Problems nicht abheben. Die Bundeswehr teilte am Abend mit, "seitens der Industrie" sei ein "technischer Mangel an einem Bauteil des Luftfahrzeugs Tornado in der Version ASST A3" festgestellt worden.

"Um jedwede Gefährdung für Personen und Material auszuschließen", habe man den Flugbetrieb mit den Luftfahrzeugen ausgesetzt, die von diesem Problem betroffen seien, heißt es in der Mitteilung weiter. Von dem Flugstopp sei "auch der Einsatzflugbetrieb des deutschen Einsatzkontingents im Anti-IS-Einsatz betroffen". Es werde daran gearbeitet, den Mangel zu beheben.

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Die Aufklärungs-Tornados kommen über Syrien und dem Irak zum Einsatz. Für die Bundeswehr ist der Ausfall äußerst unangenehm, da sie wegen teilweise maroden Materials immer wieder im Fokus der Aufmerksamkeit steht. Zuletzt allerdings hatte es zur Abwechslung positive Schlagzeilen gegeben, da die Zahl der einsatzbereiten Kampfhubschrauber deutlich gestiegen war.

Ob die Tornado-Panne diesen positiveren Eindruck nun wieder zunichte macht, wird auch davon abhängen, wie schnell die Techniker eine Lösung für das Problem finden können.

Gerade erst hatte eine Delegation von Bundestagsabgeordneten die deutschen Soldaten auf dem Luftwaffenstützpunkt Incirlik besucht. Zuvor hatte es heftigen Streit mit der türkischen Seite gegeben, die einen solchen Besuch blockiert hatte. Grund dafür war die vom Bundestag verabschiedete Resolution, in der die Verbrechen an den Armeniern im Osmanischen Reich als "Völkermord" bezeichnet werden. Der Bundestag muss noch in diesem Jahr einer Fortsetzung des Anti-IS-Einsatzes zustimmen.

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