Sie brennen Mädchenschulen nieder und köpfen Gegner: Nun dürfen die Taliban im Swat-Tal die Scharia einführen - wenn sie die Armee nicht mehr bekämpfen. Ein riskantes Tauschgeschäft.
Sie brennen Mädchenschulen nieder, schließen CD-Geschäfte und köpfen ihre Widersacher öffentlich. Die pakistanischen Taliban kennen keine Gnade.
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Pakistanischer Taliban in Peschawar: In der Vergangenheit haben sich die Taliban nur so lange an Abkommen gehalten, wie es ihnen nützlich erschien. (© Foto:)
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Sie berufen sich auf einen Islam, den sie selbst pervertiert haben. Nun bekommen die selbsternannten Gotteskrieger im pakistanischen Swat-Tal auch noch recht. Ihr Recht.
Sie dürfen in einem Teil des Grenzgebiets zu Afghanistan die Scharia einführen, wenn sie im Gegenzug die Kämpfe gegen die Armee beenden. Die Extremisten sind inzwischen so stark, dass sich die pakistanische Regierung offenbar nicht mehr anders zu helfen weiß, als ihnen weitreichende Zugeständnisse zu machen.
Frieden für Scharia - das ist ein problematisches Tauschgeschäft. Denn der Deal steht nicht nur für die weitgehende Entrechtung von Frauen und den möglichen Weg in eine willkürliche Herrschaft. Er beinhaltet ein noch größeres Risiko: Die staatliche Einheit Pakistans ist bedroht.
Und die Taliban haben sich in der Vergangenheit immer nur so lange an Abkommen gehalten, wie es ihnen nützlich erschien. Vor etwa zwei Jahren gab ihnen ein Waffenstillstand in einer anderen Provinz Zeit, sich neu zu gruppieren - Zeit, um weitere Anschläge im Nachbarland Afghanistan zu planen.
Es wird in der Region auf absehbare Zeit keinen Frieden geben, wenn die Taliban nicht in Verhandlungen einbezogen werden. Dafür müssen sie zunächst aber entscheidend geschwächt werden, dafür müssen die Menschen in den Gebieten das Gefühl bekommen, ihre vom Westen unterstützten Regierungen bieten Sicherheit und eine Alternative.
So aber wird den Extremisten aus der Position der Schwäche heraus ein Zugeständnis gemacht. Ein schlimmes Signal.
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Nur Geduld! Wir werden die Scharia auch (in abgemilderter Form!) bekommen. Ist nur eine Frage der Zeit, b.z.w. der demografischen Entwicklung.
Herzliches Beileid, aber viele unserer Politiker sparen ja bei der personellen Ausstattung der Justiz. Es drängt sich manchmal der Eindruck auf, als wäre so vieles Absicht. Aber Korruption und süditalienische Vereinigungen gibt es ja in diesem unserem Lande Deutschland nicht, oder etwa doch?
Ein Schelm, der Böses dabei denkt!...
Westliche Medien und westliche Leser: Die reagieren auf das Wort "Scharia" so vorhersehbar wie Pawlows Hund auf die Glocke.
Es finden sich allerdings ein paar, die sich die Mühe machen, erst einmal nachzufragen, was los ist:
- Die pakistanische Regierung hat derzeit keine Hoffnung, die Lage im SWAT-Tal in den Griff zu bekommen - auch, weil sie selbst unbeliebt ist und die Taliban Zulauf bekommen.
- Deshalb soll eine relativ "milde" Form der Scharia eingeführt werden - um nämlich zu verhindern, daß die Taliban eine härtere Form erzwingt.
- Gerichtsverfahren dauern derzeit Jahre, d.h. Rechtssicherheit ist derzeit *nicht* gegeben; unter der Scharia sollen Zivilverfahren auf 6, Strafverfahren auf 4 Monate gekürzt werden
- Religiöse Experten (qazi) werden mit einem regulären Richter im Gericht sitzen und prüfen, ob die Urteile mit dem Islam vereinbar sind
- Hochrangige US-"Officials" in Pakistan stimmen dem Schritt privat zu (trotz offizieller Kritik)
Soweit die Faktenlage laut Guardian und Telegraph (ebenso die englische Al-Jazeera).
Die Problematik ist demnach nicht die, die viele Reflex-Diskutierer bei der SZ totreden. Daß der Schritt riskant ist, wissen wir alle. Auch, daß selbst eine "milde" Form der Scharia problematisch sein kann.
Die Frage ist: Lohnt sich das, und ist es notwendig? Das heißt: Gäbe es eine Alternative? (Was könnte Pakistan sonst noch tun, was es nicht schon versucht hat?) Läßt sich die Scharia in dieser Form wirklich durchsetzen? (Lassen sich die Taliban mit dieser Lösung abspeisen, oder wollen sie letztlich mehr Einfluß und schärfere Gesetze?) Und ja, auch: Was ist die Auswirkung auf Pakistan und Afghanistan? (Werden jetzt auch andere Gegenden die Scharia einfordern? Wird das Tal zum Schlupfwinkel für Terroristen? usw. einschließlich: Wie sieht dieses Recht letztlich aus - und was halten die Einwohner des Swat-Tals davon?)
Unter der Scharia kann es nur den Frieden des Todes geben. Es ist wie die Hexenverbrennung im Mittelalter in Europa und die Institution Fürstbischof.
Vor allem die Scharia ist ein Teil der Suna, das bedeutet ihre Gesetze sind nicht nach Mohamed, sondern von religiösen Führern erst viele Jahrzehnte später ausgedacht und zum Koran hinzugefügt worden, das sollte sich jeder Gläubige bewusst machen, denn das ist eine von den drei Wahrheiten.
Dieser Schariafrieden ist nur ein weiterer Schritt zur Unterdrückung und Versklavung der Menschheit und zurZementierung des Elends der Menschen.
Nicht allein "die staatliche Einheit Pakistans" ist bedroht.
Die Sicherheit und die Menschenrechte in der ganzen Region sind bedroht.
Und darüber hinaus.
Und wie reagiert die (noch) freie Welt ??!!
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