Die Extremisten in Afghanistan sind zwar geschwächt, aber sie bleiben stark genug für Anschläge - das zweite Attentat auf eine Bundeswehr-Patrouille innerhalb einer Woche beweist das. Trotz erster Annäherungen an den Westen wird sich an diesem Kriegszustand vorerst nichts ändern.
Wieder einmal ist ein Soldat der Bundeswehr in Afghanistan gestorben, nur ein paar Tage, nachdem bereits zwei Deutsche einem Anschlag zum Opfer gefallen sind. Dass es nun Deutsche häufiger trifft, heißt keineswegs, die Taliban oder die zahlreichen anderen im Norden Afghanistans aktiven extremistischen Gruppen seien Herren der Lage.
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Bundeswehrsoldaten trauern im Feldlager Masar-i-Scharif um ihre gefallenen Kameraden. So banal es klingen mag: Deutschland beteiligt sich an einem Krieg, in dem es Tote gibt. (© dpa)
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Zunächst bedeutet es nur, so banal das auch klingen mag: Deutschland beteiligt sich an einem Krieg, in dem es Tote gibt. Amerikaner oder Briten im Süden des Landes erleiden solche Verluste nahezu täglich.
In diesem Krieg stehen sich keine zwei Armeen gegenüber, die mit Offensiven und Gegenoffensiven operieren. Auf der einen Seite sind ideologisch-religiös motivierte Kämpfer im Einsatz, die etwas vereinfacht vom Westen als "die Taliban" zusammengefasst werden. Ihr Dschihad ist kein offenes Gefecht mit klarem Frontverlauf, sondern konzentriert sich auf Anschläge aus dem Hinterhalt - wie am Donnerstag, als eine ferngezündete Ladung Sprengstoff am Straßenrand explodierte und den deutschen Soldaten tötete. Außerdem sind die Islamisten dazu bereit, im Kampf gegen die Besatzer ohne Bedenken das eigene Leben zu opfern. Gegen solche Aktionen kommt auch die modern gerüstete Isaf nicht an.
Vor allem die Amerikaner haben durch ihre nächtlichen Kommandoaktionen einen beträchtlichen Teil der mittleren und oberen Ebenen der Taliban ausgeschaltet. Die Extremisten sind geschwächt, aber sie bleiben stark genug für Anschläge. Daran wird sich bis zu einem möglichen Friedensschluss nichts ändern - der Westen wird nicht als Sieger aus diesem Kampf hervorgehen. Aus militärischen Erfolgen des Westens vermögen indes weder die Regierung in Kabul noch Politiker in der Provinz Kapital zu schlagen.
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"Undercover" bei Paketzusteller GLS
im südlichen Afghanistan sind 87% gegen die Nato-Einsätze, im "ruhigen" Norden 76%.
Also träumen Sie weiter von der Akzeptanz unserer Bomben, die Realität geht inzwischen ohne Sie weiter.
Wie groß ist der Rückhalt in der Bevölkerung für die "Besatzungstruppen" bzw. für die Terroristen?
Viele können den Grauen der Taliban Herrschaft aber noch nicht vergessen haben.
Fakt ist eben auch, dass es den meisten Menschen in Afghanistan "unter" dem ISAF Schutz wesentlich besser geht, als unter den Taliban.
NUr weil einige wenige irre Religionsfanatiker glauben mit Gewalt wieder ihren "Gottesstaat " installieren zu müssen, muss man denen ja nicht nachgeben.
Leider ist das afghanische Militär und die Polizei noch nicht in der Lage diesen militärisch gut ausgerüsteten und organisierten Terrorgruppen beizukommen.
Was wäre wohl die Konsequenz für die Zivilbevölkerung, besonders für die Frauen, wenn die ISAF von heute auf morgen abzieht?
Wann wird die Bundesregierung endlich begreifen, dass dieser gegen den Mehrheitswillen der Deutschen geführte Krieg in Afghanistan militärisch, politisch und moralisch unverantwortlich ist und dem Amtseid ("Schaden abzuwenden") der Regierung Hohn spricht. Die Bundeswehr ist als eine reine Verteidigungsarmee geschaffen worden; nur in dieser Form war ihre Schaffung in der Bundesrepublik gesellschaftlich überhaupt durchsetzbar. Jede Intervention zur Durchsetzung anderer Interessen ist verfassungswidrig. Weil die Regierung das weiß, verkauft sie den Krieg in
Afghanistan ja auch als Verteidigungskrieg mit dem dümmlichen Argument: "Deutschland wird am Hindukusch verteidigt". Da reibt sich der Zeitgenosse zurecht die Augen und kommt aus dem Staunen kaum heraus. Ist doch die Bundesrepublik seit der Wiedervereinigung nur noch von Freunden umgeben! Sollen wir uns im Schlepptau der US-Regierung immer stärker selbst als Groß- und Interventionsmacht in aller Welt aufführen? Die angestrebten Reformen der Bundeswehr scheinen dies anzustreben. Von unrerer Bundeskanzlerin ist eine Umkehr von ihrer verhängnisvollen Politik in Afghanistan nicht zu erwarten, es sei denn die Mehrheitsverhältnisse im Bundestag würden sich so drastisch ändern, dass sie ihre Politik nicht mehr in gewohnter Weise könnte. Dann, da kann der Wähler sicher sein, wird Frau Merkel die erste sein, die den Abzug schon immer gewollt hat. Sie wird ihre Kritiker in ähnlicher Weise zu übertrumpfen versuchen, wie sie es in der Energiewende tut. Ob sie dabei merkt, dass sie ihre Glaubwürdigkeit längst verspielt hat?
... muss durchbrochen werden. Auf Dauer wird man mit anhaltender Gewalt nichts erreichen können. Faktische Besatzungstruppen und mögen sie sich auch mit noch so hehren Motiven schmücken provozieren die Gewalt immer wieder aufs Neue. Zumal sie ja eben nicht passiv agieren, sondern, wie erst jüngs, immer wieder verhehrende sogenannte "Kollateralschäden" produzieren, indem sie auch nach 10 Jahren noch immer das Gefecht mit Aufständischen suchen, um sie nach und nach "auszuschalten".
Man kann das drehen und wenden wie man will, faktisch führt die Nato seit 10 Jahren einen Vernichtungskrieg gegen aufständische Taliban, erst recht wenn, wie auch in Pakistan immer wieder Drohnen zum Einsatz kommen, die eben keinen Gegner entwaffnen und gefangen nehmen können.
Ein fürchterliches Dilemma in das sich der Westen da hinein geritten hat.
Die Kampfkraft ist beeindruckend.
Sie knacken die Bundeswehrpanzer nach Belieben und lehren den deutschen Landsern das Fürchten.
Die Taliban wissen, dass die Bundeswehr sehr schwach ist, die Soldaten wenig kampfkräfig sind, geringe Kampfmoral zeigen und deren Nerven bibbern.
Die Frage ist natürlcih, woher die Talibans diese wirkungsvollen Waffen haben. Es ist zu vermuten, dass Putin, China und Co. wissen, wie man den alten (und neuen?) Gegnern im Kalten Krieg nachträglich eins auswischen kann. - via Talibans.
Unstrittig ist jedoch, dass der Westen den Notausgang nutzen sollte, solang die militärische Niederlage noch nicht so deutlich ist. Der Wind dreht sich derzeit zu Gunsten der Talibans.
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